Während de Gaulle der Bundesrepublik durch Drohungen zusetzte, gab er Moskau zu verstehen, daß ihm an einem Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen sehr gelegen ist. Mit ungewöhnlichem Pomp wurde in Paris ein neuer Handelsvertrag mit Moskau unterzeichnet. Nach diesem Vertrag, der über fünf Jahre läuft, soll der Warenaustausch um über 60 Prozent gesteigert werden. Die französischen Exporte – vor allem Fabrikanlagen – haben einen Wert von 4,21 Milliarden Francs.

Etwa die Hälfte aller Exporte wird durch Kredite mit einer Laufzeit von sieben Jahren finanziert. Damit verstößt Frankreich, wie schon vorher England, gegen die Berner Konvention, in der sich die NATO-Länder verpflichtet hatten, Moskau keine langfristigen Kredite zu gewähren.

In Moskau ist man offensichtlich glücklich darüber, daß de Gaulle den Sowjetführern sogleich nach dem Sturz Chruschtschows einen außenpolitischen Erfolg beschert hat. Die Sowjetpresse ist voll von Freundschaftsbeteuerungen gegenüber Frankreich. Die Iswestija zollte den französischen Politikern Anerkennung für ihre Erklärungen über "die Unverrückbarkeit der jetzt bestehenden Grenzen", und die Prawda sprach von der wachsenden Rolle Frankreichs bei der Lösung internationaler Probleme.