Der Wehrbeauftragte, Vizeadmiral a. D. Hellmuth Heye, hat es seinen Gegnern leicht gemacht. Jaeger, Strauß, von Hassel und anderen Kritikern gelang es am Ende ohne Mühe, ihn zur Amtsmüdigkeit zu nötigen. Er hatte ihnen durch unbedachte Handlungen Angriffsflächen genug geboten. Daß er seinen kritischen amtlichen Bericht über die Bundeswehr in der "Quick" vergröbernd wiederholte, daß er sich trotz vorheriger Warnungen vor der Auslandspresse zu einer Ablehnung des offiziell gebilligten Wehrsystems verleiten ließ, nachher aber über die Veröffentlichung seiner Äußerungen verwundert tat, zeigt, daß es ihm an politischem Instinkt fehlt.

Es fehlt ihm wohl auch an Stehvermögen, denn daß seine gut begründete Kritik an der inneren Führung der Bundeswehr die Kritisierten und deren Hintermänner auf den Plan rufen würde, war unschwer vorauszusehen; und zu erwarten war auch, daß sie ihm einen harten Kampf liefern würden. Diesem Kampf aber scheint er nun auszuweichen. Sind seine Kräfte wirklich durch das Alter so geschwächt, daß er sich dem Kesseltreiben der Gegner und ihren Fragen im Verteidigungsausschuß nicht mehr gewachsen fühlt?

Es ist schade, daß nach dem wenig erfreulichen Abgang des ersten Wehrbeauftragten nun auch der zweite keinen sehr rühmlichen Abschied nimmt. Denn die Sache, um die Heye gekämpft hat, ist gut und verdient es, verteidigt zu werden. R. S.