Das Haus sieht aus wie jedes andere auch, wie diese großen Häuser in den großen Städten, in denen große Firmen große Geschäfte machen, neuerdings aussehen: von unten bis oben Glas, dazwischen das feingliedrige Fachwerk von Stahl und Beton. Dieses Glas- und Stahlhaus steht an einer repräsentativen Ecke Düsseldorfs, gleich neben der Oper. In großen Buchstaben gibt sich die Firma an der Fassade zu erkennen. Die Buchstaben lesen sich leichter als sie sich sprechen lassen: Mitsubishi. Als Firmenzeichen, vielleicht eine Variante der drei Krupp-Ringe, prangen daneben drei Rhomben, die wie überlebensgroße Salmiakpastillen aussehen, aber überstilisierte Diamanten darstellen sollen.

Der Herr des Hauses tritt durch die Glas- und Teak-Tür, eine Zeitung unter dem Arm, die gefaltet ist wie die Pariser Journale und bedruckt wie asiatische Wandbehänge im Völkerkundemuseum. Der Herr könnte, was den Anzug angeht, genauso gut aus einem der Pfund- und Dollarpaläste der City oder der Wallstreet herauskommen. Aber der Herr ist Japaner, Generaldirektor der Mitsubishi Shoji Kaisha, Ltd., Deutsche Mitsubishi Export- & Import-Gesellschaft mbH., Düsseldorf/Hamburg. Sein Name: Akitake Miura.

Miura-san, wie die deutsche Sekretärin ihren japanischen Chef nach der Art seines Landes anredet, geleitet den Gast in eine Mercedes-Limousine, die von einem Chauffeur gesteuert wird. In korrektem Stakkato-Englisch sagt der General-Manager:

"Der japanische Botschafter und ich, wir sind vermutlich die beiden einzigen Japaner in Deutschland, die keinen Führerschein haben."

Von der Heinrich-Heine-Allee geht die Fahrt zur Immermann-Straße, von einem japanischen Büro zu einem japanischen Restaurant. Auf der Fahrt durch den Rushhour-Verkehr bleibt Zeit zu einer Frage, die sich der Journalist aus professioneller Neugier nicht verkneifen kann:

"Die japanische Zeitung unter Ihrem Arm, wie alt ist sie?"

Miura-san entfaltet die "Asahi Shimbun", die noch Bilder von den Olympischen Spielen zeigt. Dann dechiffriert er das Datum: