Die Dampfschifffahrtsgesellschaft "Neptun", Bremen, die jetzt ihren Abschluß für 1963 vorlegt, segelt nach wie vor hart am Wind. Das 1873 gegründete Unternehmen, das im Liniendienst nach Schweden, Westnorwegen, Spanien-Portugal und Westafrika tätig ist und unter seiner Flagge insgesamt 31 Frachtmotorschiffe mit 36 731 Brutto-Registertonnen und 58 063 Tragfähigkeitstonnen in Fahrt hat, konnte auch für das Berichtsjahr noch nicht das Dividendensignal setzen. Zuletzt waren für 1957 sechs Prozent Dividende gezahlt worden.

Im Berichtsjahr mußte ein neuerlicher Verlust von 0,2 Millionen DM hingenommen werden, der den Verlustvortrag nun auf 1,74 Millionen DM auflaufen läßt. Dabei konnten die Umsatzerlöse auf Grund der Verbesserung auf dem Frachtenmarkt gegenüber dem Vorjahr um gut 9 Prozent, auf 34,3 Millionen Mark gesteigert werden. Auf der anderen Seite sind jedoch auch die Kosten beträchtlich gewachsen, ohne daß diese Mehraufwendungen wegen des nach wie vor bestehenden heftigen Wettbewerbs auf die Raten aufgeschlagen werden konnten.

Immerhin läßt sich erkennen, daß mit einer weiteren Modernisierung der Flotte – das Schiffsvermögen beläuft sich jetzt auf 30,1 gegenüber 26,5 Millionen Ende 1962 – und einer Verstärkung der Beteiligungen von 0,56 auf 0,90 Millionen Mark der Substanzwert der Reederei gewachsen ist. Auch die Liquidität hat sich einigermaßen befriedigend entwickelt, so daß die für die Finanzierung von neuerlich vier Frachtschiffen erforderlichen Eigenmittel gesichert sind. Nachdem schon im Laufe des Berichtsjahrs zwei neue Schiffe in Dienst gestellt werden konnten, wird bis zum Jahresende auf drei weiteren Neubauten die Kontorflagge gehißt. Wegen der Neubautätigkeit hat sich jedoch die Deckung der Anlagen durch Eigenkapital von 25 auf 23 Prozent verschlechtert.

Da seit nunmehr sechs Jahren eine Verzinsung des Aktienkapitals von 7 Millionen Mark unterblieben ist, kann es nicht überraschen, daß das Kursniveau im Schnitt um rund ein Viertel tiefer liegt als im Jahre 1960. Immerhin bewegt es sich mit einem Tiefstkurs von 139 und einem Höchstkurs von 150 für 1964 noch ansehnlich über dem Bilanzkurs von 108 Prozent. Diese Tatsache zeigt, daß die Aktieninhaber trotz der Dividendenlosigkeit offensichtlich keinen Grund sehen, sich von ihrem Besitz zu trennen. Die Bemühungen der Verwaltung um eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit werden anscheinend anerkannt. Dabei wird die Konkurrenz in den von der "Neptun" befahrenen Nah- und Mittel-Diensten fraglos weiter zunehmen. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, ist eine technische Vervollkommnung des Flottenparks dauerndes Gebot. –h