Die Erhöhung des britischen Einfuhrzolls um 15 Prozent dürfte bei manchen Kapitänen Hoffnung auf die Erlösung von einem Alptraum bringen, von dem Alptraum, in britischen Häfen Ladung löschen zu müssen. An einem Oktobertag dieses Jahres bot sich in London folgendes Bild: 16 Schiffe waren voll mit Hafenarbeitern besetzt, sieben Schiffe unterbesetzt, 15 Schiffe warteten auf Arbeiter, 8 Schiffe auf einen Liegeplatz.

Der Mangel an Arbeitskräften, Mangel an Leichtern, eine Erhöhung der Holzeinfuhr um 20 Prozent und die Einführung der 40-Stunden-Woche brachten es mit sich, daß man in den meisten britischen Häfen heute mit Wartezeiten von ein bis zwei Wochen, gelegentlich sogar drei Wochen rechnen muß. Zudem steht ein kritischer Termin bevor: Für den 1. Dezember haben die Hafenarbeiter einen Streik angedroht.

Jeder Wartetag kostet Geld. Die Reeder könnten besser verdienen, wenn ihre Schiffe in Fahrt wären. Das Tonnageangebot wäre größer und damit auch die Möglichkeit, daß die Frachtraten sinken. So wie die Dinge liegen, werden die Briten jedoch auch im nächsten Jahr teuer bezahlen müssen, daß im Heimatland der größten Handelsflotte die Tätigkeit des Hafenarbeiters sich offensichtlich keiner großen Wertschätzung erfreut. C. B.