Es sieht so aus, als wollten die Briten das Concorde-Projekt, das sie gemeinsam mit den Franzosen zum Bau eines Überschall-Verkehrsflugzeugs begonnen haben, streichen. Noch sind sie nicht fest dazu entschlossen, doch es steht auf der Liste jener Prestigeprojekte, die die neue Labour-Regierung überprüfen will.

Die erste Ankündigung war noch kaum verhallt, da meldeten sich schon Stimmen aus der deutschen Luftfahrtindustrie, man solle die Concorde doch als französisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt bauen. Es ist ein gewaltiger Sprung nach vorn, den sich die deutschen Flugzeugbauer da zutrauen, denn bisher ist in Deutschland an modernen Zivilflugzeugen nur ein kleines Geschäftsreiseflugzeug neu – entstanden. Der Haken ist jedoch: Den Franzosen fehlen bei Ausfall der britischen Beteiligung in erster Linie die Triebwerke, und die kann ihnen die deutsche Industrie nicht liefern. Die Zelle, also Rumpf, Tragflächen und Leitwerk wollen die Franzosen wohl auch gern allein bauen.

Im Endeffekt konnte eine deutsche Beteiligung also darauf hinauslaufen, daß die deutsche Regierung das Geld gibt, um die französische Luftfahrtindustrie zu beschäftigen. Da die Briten Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des geplanten Überschallflugzeugs haben, da die Deutsche Lufthansa es wegen zu geringer Reichweite keinesfalls gebrauchen kann, gibt es sicher bessere Möglichkeiten, das Geld des deutschen Steuerzahlers auszugeben. hm