US-Präsident Lyndon B. Johnson wurde mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Als erster europäischer Politiker wird der belgische Außenminister Paul Henri Spaak den neugewählten amerikanischen Präsidenten treffen. Die Vormundschaft für die beiden Kinder des ermordeten amerikanischen Präsidenten wurde der Witwe Jacqueline Kennedy zuerkannt. In Belgrad wurde ein amerikanisch-jugoslawisches Abkommen über die Lieferung von 500 000 Tonnen Weizen unterzeichnet. Im Herzen des Ruhrgebiets will der amerikanische Chemie-Konzern Du Pont ein Zweigwerk errichten. Die jüngsten Zechenstillegungen an der Ruhr haben eine schwere Krise der Bonner Energiepolitik ausgelöst. Das Kabinett billigte die Privatisierung der bundeseigenen Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerks-AG.

Durch ihre Schaukeltaktik zwischen Jerusalem und Kairo geriet die Bundesregierung in ein politisches und moralisches Zwielicht. General Charles de Gaulle ließ seine Animosität gegen eine deutsche Teilnahme an der MLF erkennen. Am Boden zerstört, von Vietcong-Rebellen wurde ein Teil der in Südvietnam stationierten US-Bomberflotte. Vor seiner Reise nach Bonn absolvierte Englands neuer Außenminister Patrick Gordon Walker einen erfolgreichen Besuch in Washington. Österreichs Außenminister Bruno Kreisky unterzeichnete in Budapest einen Vertrag über die Wiedergutmachung österreichischer Vermögensverluste.

Die ersten Rentner-Züge aus der DDR trafen in der Bundesrepublik ein. Bei einem Eisenbahnunglück im mecklenburgischen Kreis Güstrow kamen 39 Menschen ums Leben, Der erste Direktflug der BEA zwischen London und Berlin verlief ohne Zwischenfälle. Ein junger dominikanischer Diplomat erschoß einen 20jährigen Kölner nach einer Auseinandersetzung im Schlafzimmer der Diplomaten-Villa in der Nähe Bonns. Nach jüngsten Enthüllungen konnte die schwedische Regierung nach Kenntnis des deutschen Geheim-Codes die Alliierten über die militärische Planung des Reichs unterrichten.

Die polnische KP billigte die Wachablösung im Kreml. Alexej Adschubej hat mit Rücksicht auf seine in Moskau tätige Frau Rada eine Beschäftigung in Kasachstan abgelehnt. Boris Pasternaks Gefährtin Olga Iwinskaja wurde nach fast dreijähriger Haft begnadigt. Wegen überhöhten Blutdrucks wurde Nikita Sergejewitsch Chruschtschow in ein Funktionärskrankenhaus in der Nähe von Moskau eingeliefert. Dem CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß ist ein Bücherregal auf den Kopf gefallen. Der Wehrbeauftragte des Bundestags Hellmuth Heye erklärte seinen Rücktritt.

Konrad Adenauers Kritik an der Bundesregierung im allgemeinen und dem Bundesaußenminister im besonderen hat in der Bonner CDU-Führung Verärgerung ausgelöst. Bonn reagierte kritisch auf Frankreichs großzügige Kreditbereitschaft gegenüber der Sowjetunion. Am 1. November wurde die deutsche Markenbutter wasserärmer und teurer. Für Fahrgeld-Freiheit der "Fahrschüler" sprach sich der Bundesverkehrsminister aus. Seit Jahresbeginn hat die SPD 56 000 neue Mitglieder gewonnen. Unter der Inszenierung von Karl Heinz Stroux spielte Elisabeth Bergner in Düsseldorf "Die Irre von Chaillot". Die Sendung des Hessischen Rundfunks "In der Sache J. Robert Oppenheimer" von Heinar Kipphardt erhielt den Fernsehpreis der Deutschen Akademie der darstellenden Künste. Mit Aufbau und Leitung des Dritten Fernsehprogramms des Westdeutschen Rundfunks wurde Werner Höfer nach einem "Kopf-an-Kopf-Rennen" mit Peter von Zahn beauftragt.