Zu den englischen Bemühungen um die Verbesserung der Devisenbilanz gehören auch sanfte Ermahnungen an Bonn, das im Frühjahr erneuerte Abkommen über zusätzliche Importe der Bundesregierung aus Großbritannien als Ausgleich für die Stationierungskosten der Rheinarmee doch etwas zügiger zu erfüllen. Die Bundesregierung hatte versprochen, ihr möglichstes zu tun, aber zu einer Verpflichtung auf einen festen Betrag sah sie sich nicht in der Lage.

Die bisherige Entwicklung hat nur bestätigt, wie berechtigt diese Vorsicht war. So zieht sich zum Beispiel eine umfangreiche Lieferung englischer Kohle an Italien, die auf deutsche Rechnung geht (und mit italienischen Lieferungen von Verteidigungsmaterial an die Bundesrepublik verrechnet wird), über Erwarten hin. Die Verschiffung wird durch die Kapazität der Verladeeinrichtungen verzögert, wobei die Arbeitstaktik der englischen Docker-Gewerkschaft eine besondere Rolle spielt. Derartige Dinge tragen natürlich nicht dazu bei, bei den Italienern die Neigung zum Abschluß weiterer, im Interesse des Pfundes liegender Dreiecksgeschäfte dieser Art zu verstärken.

Aber auch im "regulären" deutsch-britischen Regierungsgeschäft läuft nicht alles glatt. So manche Planung der Bundeswehr wird dadurch gestört, daß etwa Rolls Royce und auch andere englische Firmen aus diesem oder jenem Grunde Lieferschwierigkeiten haben. Wenn der Fluß harter DM nach Großbritannien nicht den erwünschten Umfang erreicht, so liegt das gewiß nicht am fehlenden guten Willen der Bundesregierung,

Wäre die englische Wirtschaft in der Lage, zu attraktiven Preisen anzubieten und termingerecht zu liefern, würde die Erfüllung der laufenden Vereinbarungen weitaus weniger Mühe bereiten. Aber dann hätte die britische Regierung wahrscheinlich auch gar keinen Anlaß, sich um die Devisenbilanz Sorgen zu machen. ehk