Zu wünschen ist ein Deutschland der Vernunft – das zweifelt, Milde kennt und deshalb um nichts weniger handelt. Heinrich Mann

Agnes Miegel

Am 9. März 1879 wurde Agnes Miegel in Königsberg geboren, am 26. Oktober starb sie, die auch die "Droste des Ostens" genannt wurde, in einem Sanatorium in der Nähe von Bad Nenndorf. Ihr Ruhm begann 1898, als Börries von Münchhausen die erste Ballade der Königsberger Kaufmannstochter im "Göttinger Musenalmanach" veröffentlichte, er manifestiertesich in den folgenden Jahren in Ehrungen wie dem Kleist-Preis (1913), der Verleihung des Dr. h. c. der Universität Königsberg (1924), dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt, er ging einer neuen Blüte entgegen, als ihr heimatlich beladenes Werk vom Dritten Reich adoptiert wurde, und fand ein jähes Ende mit dem Ende des Krieges, als Königsberg Kaliningrad wurde und nur noch wenige Menschen die Notwendigkeit von Balladen wie den "Nibelungen" oder den "Frauen von Nidden" einsehen konnten. Daß Agnes Miegel sich dennoch langsam wieder ein Publikum gewinnen konnte, dafür spricht die Tatsache, daß seit einigen Jahren ihre Gesammelten Werke in einer sechsbändigen Ausgabe vorliegen (Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf).

Auf des Messers Schneide

Mit 26 gegen 25 Stimmen versagten die Essener Stadtväter in einer ersten Abstimmung ihre Zustimmung einer Dringlichkeitsentscheidung durch die Henry Moores Bronzeplastik "Knife-edge" (Messerschneide) für die Bundesgartenschau 1965 erworben werden sollte. Später setzte der Essener Oberbürgermeister eine zweite Abstimmung an, weil zuvor "vergessen worden war, die Stimmenthaltungen zu prüfen". Das zweite Votum ergab 28 Stimmen für, 26 gegen den Kauf. Moores Plastik wird nunmehr in einem Park stehen, der laut Ratsdrucksache "sowohl dem täglichen Gebrauch dient als auch von künstlerischer Aussagekraft ist".