FÜR Studenten und für alle an politischer Theorie Interessierten, die ein schmaler Geldbeutel zwingt, zunächst mit einer Anthologie vorlieb zu nehmen –

Kurt Lenk: "Ideologiekritik und Wissenssoziologie"; Soziologische Texte, Band 4, Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied; 413 S., brosch. 18,– DM, Ln. 28,– DM.

ES ENTHÄLT eine zweite, verbesserte Auflage dieses bereits 1961 erschienenen Buches; hinzugekommen sind Texte von Pareto, Mosca, Adorno, Blum, Goldmann, Horkheimer und Marcuse sowie ein mustergültiger bibliographischer Anhang, der 390 Titel zum Thema verzeichnet und allein schon den Kauf lohnt. Lenk macht meist schwer aufzutreibende Texte verfügbar, hat aber auch auf bekannte nicht verzichtet, wo es der Zusammenhang erforderte. Zu Wort kommen neben anderen Bacon, Feuerbach, Freud, Marx, Lukács, Bloch, Comte, Scheler und Mannheim.

ES GEFÄLLT als brauchbare Arbeitsunterlage, darüber hinaus aber auch als selbständige Publikation einer Diskussion, die nicht nur für die Soziologie von entscheidender Bedeutung ist. Jede kritische Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft muß damit beginnen, die Ideologieanfälligkeit empirischer wie theoretischer Soziologie, des politischen wie philosophischen Denkens und der Ökonomie zu begreifen. U. N.