NSU braucht Kapital

Die NSU Motorenwerke AG, Neckarsulm, erwarten für 1964 ein "befriedigendes Ergebnis". Wegen des wachsenden Geschäftsumfangs will die Gesellschaft im Jahre 1965 50 Millionen Mark investieren. Im Jahre 1964 waren es 47 Millionen. Zur Finanzierung dieser Investitionen hat der Aufsichtsrat von: NSU in seiner Sitzung beschlossen, einer zum 19. Januar 1965 einzuberufenden außerordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, das Kapital von 48 Millionen um 17 auf 65 Millionen zu erhöhen. Den Aktionären sollen 14,4 Millionen Mark im Verhältnis 10:3 zum Bezugspreis von 200 Prozent angeboten werden. Die restlichen 2,6 Millionen Mark sollen; zum Erwerb der Karosserie-Werke Drauz KG bestimmt sein, die ab Juli 1965 von NSU übernommen werden und die NSU-Belegschaft von 8500 auf 10 000 Personen erhöht.

Konkurs durch Weserwasser

Ein Anschlußkonkurs wurde über das Vermögen der Oberweser-Dampfschiffahrt-GmbH in Hameln eröffnet, nachdem die Gesellschaft einen Vergleichsantrag gestellt hatte und der Versuch eines außergerichtlichen Vergleichs gescheitert war. Nach Mitteilung des Treuhänders beträgt der Verlust der im Jahre 1843 gegründeten Gesellschaft 118 000 DM. Zur Fortführung der traditionsreichen Personenschiffahrt auf der Oberweser, die Anfang August wegen Niedrigwasser eingestellt werden mußte, ist mit Hilfe von Wirtschaftskreisen und Gebietskörperschaften eine neue Gesellschaft gegründet worden. Die Personenschiffahrt Oberweser GmbH – wie die neue Firma heißt – soll bei Beginn der Saison 1965 wieder planmäßig Touristen weserauf- und -abwärts befördern.

Voigtländer auf neuen Wegen

Die Voigtländer AG, Braunschweig, deren Aktien zu 99 Prozent in den Händen der Karl-Zeiss Stiftung befinden, sieht sich gezwungen, ihr Exportnetz umzubauen und andere Partner im Ausland zu suchen. Bisher hatte Voigtländer ihren Vertrieb auf wichtigen Exportmärkten durch die Vertretung von Gevaert N.V. Antwerpen abgewickelt. Durch die vor einigen Monaten stattgefundene Fusion zwischen Gevaert und Agfa mußte Voigtländer auf diese Zusammenarbeit verzichten. Auf dem amerikanischen Markt wollen ab Januar 1965 die Voigtländer AG und die Zeiss Ikon AG, Stuttgart, ihr Vertriebsnetz zusammen betreiben. Voigtländer, die ihren Umsatz 1963 von 63,4 auf 72 Millionen Mark steigerte, erwartet für 1963/64 einen Zuwachs von etwa 10 Prozent. Etwa die Hälfte der Produktion wird exportiert.

Gummiwerke in Schweden konzentrieren

Eine enge Zusammenarbeit haben zwei führende schwedische Gummifabriken beschlossen. Die Trelleborgs Gummifabriks AB (Umsatz 272 Millionen skr) und die Helsingborgs Gummifabriks AB Tretorn (Umsatz 156 Millionen skr) werden ab Januar nächsten Jahres unter einer gemeinsamen Konzernspitze arbeiten. Damit hoffen die Schweden, die außer in Bremen, Hamburg, Holland und Dänemark produzieren, ihre Stellung im EFTA- und EWG-Markt zu stärken.