Zur nicht gerade erfreulichen Gewohnheit der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte mbH, Sulzbach-Rosenberg, gehörte es bisher, daß der Geschäftsbericht jeweils mit reichlicher Verspätung vorgelegt wurde. Wenn jetzt, da mit dem Geschäftsbericht 1962/63 auch die Leistungszahlen für 1963/64 (jeweils zum 30.9.) publiziert werden, mit diesem Brauch endlich gebrochen sein sollte, wäre das zu begrüßen.

Eine jeweils etwa 16 prozentige Umsatzsteigerung in den beiden Jahren auf insgesamt 453,8 Millionen Mark läßt, gemessen an einer Zuwachsrate von nur 3 Prozent im Jahr 1961/62, den Aufschwung erkennen. Über das Ausmaß der im letzten Jahr eingetretenen Ertragsbesserung kann die Verwaltung noch keine verbindliche Aussage machen. Zu den Umsatzerfolgen hat in erster Linie das neue Kaltwalzwerk Haidhof beigetragen. Immerhin blieb auch das Jahr 1962/63 noch ohne Dividende. Alleingesellschafter Flick gab einer Zuweisung des Gewinns von 3,6 Millionen Mark (der für eine 6 prozentige Ausschüttung ausgereicht hätte) zu den Reserven den Vorzug.

Mit Erfolg wurde die Blech- und Rohstahlerzeugung ausgebaut. So erhöhte sich die Rohstahlproduktion 1963/64 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 Prozent und übertraf mit 722 500 t die bisherige Spitzenerzeugung. Die Walzstahlfertigproduktion – daran waren insbesondere kaltgewalzte Bleche des Haidhofer Werkes beteiligt – nahm um 13,7 Prozent zu. Eine wesentliche Besserung des Auftragseinganges und des Versands ermöglichten es, erstmals wieder seit längerer Zeit ein etwas besseres Auftragspolster zu schaffen.

Zusammen mit dem Rohrwerk Rosenberg bestreitet Haidhof nun etwa 40 Prozent des gesamten Umsatzes bei einer Belegschaft von nur 13 Prozent von insgesamt 9173 Beschäftigten. Das niedrige Preisniveau und die ungünstige geographische Lage werden dafür verantwortlich gemacht, daß Bayerns größtes Hüttenwerk nur mit geringen Mengen seiner Walzstahlproduktion am Export teilnahm. Für die Preisbildung hat zwar u. a. auch die Anhebung der Zollsätze für Importe aus Drittländern eine gewisse Verbesserung gebracht, doch sei man noch weit davon entfernt, die für eine gesunde Wirtschaftsführung des Unternehmens erforderlichen "normalen Listenpreise" zu erzielen. Der Wettbewerb ausländischer Konkurrenten vor der eigenen Tür – "der süddeutsche Markt entwickelte sich für alle in die Bundesrepublik importierenden Länder immer mehr zum bevorzugten Absatzgebiet" – zwang oftmals zur Ermäßigung der Preise bis auf die Höhe nachgewiesener Importpreise. t. r.