Er hat es nun einmal unwillkürlich verraten. Er meinte, er habe als Schriftsteller das Glück, Je privilège", gehabt, zehn Jahre im Gefängnis gesessen zu haben. Die Phantasie ist nun aber "sowohl der Poesie wie der Geschichtsschreibung Mutter". Rankes Wort erinnert in diesem Zusammenhang den Rezensenten an zwei Werke: Döblins "Drei Sprünge des Wang lun", das eine ihm vertraute Gegend Chinas genau beschrieb und darüber hinaus gebildete wie bäuerliche Chinesen in Wort und Gebärde treffend wiedergab. Döblin hatte China niemals betreten und weder Chinesisch studiert noch Beschreibungen jener Gegend gelesen. Lediglich Besuche des Berliner Völkerkundemuseums hatten seine Phantasie beflügelt. Und Erich Maria Remarque, der seine Kriegsschilderungen wesentlich auf Lazarettgesprächen aufbaute, hatte wie Döblin die Wirklichkeit besser getroffen, als dies eigenes Erleben ermöglicht hätte.

Bei Benoist-Méchin war seine Vorliebe für die Söhne der Wüste schon bei Verhandlungen mit den türkischen Machthabern über die Grenzen Syriens geweckt. Auf Ibn Sa’ud aber hatte ihn der Zufall in Gestalt einer kleinen Sergeantin der Heilsarmee gebracht. Sie steckte ihm im Gefängnis Armstrongs Leben des Königs Ibn Sa’ud zu. Seine Lektüre war Grundlage und Anregung zu einer visionären, in ihrer Art einzigen künstlerischen Verflechtung von völkerpsychologischen, geschichtlichen, philosophischen und aktuell politischen Betrachtungen, verbunden und gehoben durch die Sprache, ja, bekennen wir es ruhig, eines Dichters.

Benoist-Méchin, der Verfasser von zwei Bänden der Geschichte der deutschen Armee und der Maisson de quarante hat in seiner deutschen Ausgabe – die französische ist bereits in 120 000 Exemplaren verbreitet und sogar ins Japanische übersetzt – mit der Art seiner politischen und geschichtlichen Betrachtungen uns ein Geschenk gemacht, das ihm besonders unsere Politiker und Politologen zu danken hätten.

Zur Übersetzung nur eine Bemerkung im Sinne des Germanisten Benoist-Méchin, der seine Fakultät gewählt hat, "weil er die deutsche Sprache liebte". Der Franzose sagt in seinem unerschütterlichen Sprachgefühl Arabie Seoudite, auf deuisch Saudisch Arabien oder Saudien. "Saudi Arabia" ist eine im kolonialen England übliche Übernahme der arabischen Adjektivendung. Saudi-Arabien entspräche franzaise Afrika oder egyptian deutschen Beziehungen!