Ex-Bundeskanzler Konrad Adenauer hatte anläßlich seiner Aufnahme in die französische "Akademie für Moralische und Politische Wissenschaffen" in Paris eine Unterredung mit Charles de Gaulle. Bundesaußenminister Gerhard Schröder nahm nach längerer Krankheit seine Dienstgeschäfte in Bonn wieder auf. Der Papierkrieg innerhalb der CDU ging mit Interviews und Gegen-Interviews in verschärfter Form weiter. Im Ruhrgebiet demonstrierten Tausende von Bergleuten gegen die beabsichtigten Zechen-Stilllegungen. Bonn möchte den Beginn der neuen Zechen-Stillegung bis zum 1. September 1966 verschieben. Dem deutschen Steinkohlen-Bergbau will die Bundesregierung einen Jahresabsatz von 140 Millionen Tonnen erhalten wissen.

Seit dem 30. Oktober haben mehr als eine halbe Million Westberliner ihre Verwandten in Ostberlin besucht. In Berlin kam es zu einer Krise um den Senatspressechef Egon Bahr. Die sowjetische Bedrohung direkter Auslandsflüge von und nach Westberlin wurde von den Westalliierten zurückgewiesen. Die Bundesrepublik hat der Sowjetunion ihre Bereitschaft zu neuen Handelsgesprächen deutlich gemacht. Zu Erörterungen über eine Ausweitung des deutsch-polnischen Warenaustauschs reiste Botschafter Oskar Schlüter nach Warschau. Überraschungs-Gast Tschu En-lai lud in Moskau eine sowjetische Delegation nach Peking ein. Washington faßt für die Ausarbeitung des MFL-Vertrags längere Fristen ins Auge. Zu einem Waffenstillstand zwischen den republikanischen und den royalistischen Truppen kam es im Jemen. Mit mehr als 90 Prozent der Stimmen wurde Habib Bourghiba als tunesischer Staatspräsident wiedergewählt. Nach einer Auskunft von Staatssekretär Karl Carstens in der Fragestunde des Bundestages ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel zur Zeit nicht beabsichtigt. An Wohnungsbauprojekten in Israel will sich die gewerkschaftseigene Baugesellschaft "Neue Heimat" beteiligen.

Bonns Europa-Pläne fanden mehr kühles Interesse als enthusiastische Zustimmung. Die neue englische Labour-Regierung erließ für London ein Verbot für den Bau großer Bürogebäude. In ihrer Thronrede kündigte Königin Elizabeth die von Harold Wilson geplante Verstaatlichung der Stahlindustrie an. Kopien des auf geheimnisvolle Weise verschwundenen Aufsatzheftes des britischen Kronprinzen Charles wurden in London für 55 000 Mark angeboten. Bei dem durch europäische Aristokratie angereicherten Bonner Presseball gewann ZEIT-Korrespondent Dr. Robert Strobel den Tombola-Hauptgewinn: einen Ford Taunus 20 M.

Das vermeintlich geraubte Bonner Baby wurde nach einem Geständnis der Pflegeeltern in einem Wald bei Siegburg tot aufgefunden. Ein lebensmüdes 17jähriges Mädchen überlebte einen Sprung vom Eiffelturm auf ein Autodach. Der Tod eines im Kaiserslauterner Stadion von Zuschauermassen erdrückten Fußballfreundes wird von der Staatsanwaltschaft untersucht. Innerhalb weniger Tage verlor die Schweiz mit Hugo Koblet und Gottfried Kollmann zwei Sportler von Weltruf. Der um das Theater im deutschsprechenden Europa hochverdiente Direktor des Züricher Schauspielhauses, Kurt Hirschfeld, starb, 62jährig, nach langer schwerer Krankheit. Bei dem Münchener Bohème-Gastspiel der Mailänder Scala ließ sich Herbert von Karafan durch Leibwächter gegen Photographen abschirmen. Ein von einem tschechischen Auswanderer abgeschicktes "Care-Paket" für den gestürzten Nikita Sergejewitsch Chruschtschow kam "wegen unvollständiger Adresse" als unzustellbar zurück.