Sie sind stark genug, um zu fordern-Vertrauen zu Johnson-Aus dem Buch: Warum wir nicht warten können (Schluß)

Wir alle waren in den Tod John F. Kennedys verwickelt. In Trauer und Reue hat das amerikanische Volk nach einem Denkmal gesucht, das groß genug wäre, ihn zu ehren. Flughäfen, Brücken, Raumfahrtzentren und Highways tragen jetzt seinen Namen.

Aber die Grundlagen für den majestätischsten Tribut wurden in jenen Tagen gelegt, die unmittelbar seinem Tod folgten. Louis Harris, der eine repräsentative Bevölkerungsgruppe über ihre Reaktion auf die Ermordung befragt hat, schrieb, daß "der Tod von Präsident Kennedy eine tiefgehende Veränderung im Denken des amerikanischen Volkes hervorgerufen habe: Eine massive Ablehnung des Extremismus sowohl von der Rechten wie der Linken, begleitet von einem individuellen Schuldgefühl, nicht mehr für die Toleranz gegenüber anderen getan zu haben". Wenn sich zeigen wird, daß der tragisch frühe Tod von John F. Kennedy tatsächlich den Sinn eines ganzen Volkes für Humanität vergrößert hat, so wird dies schon ein Denkmal von bleibender Bedeutung sein.

Lyndon B. Johnson begegnete ich das erstemal während seiner Amtszeit als Vizekanzler. Er galt damals noch nicht als Anwärter für die Präsidentschaft und suchte seine Rolle unter einem Mann, der nicht nur eine vierjährige Amtszeit zu vollenden hatte, sondern von dem man auch vertrauensvoll erwartete, daß er noch eine weitere Zeit dem Staat als Präsident dienen würde.

Zuerst: Kampf gegen die Armut

Johnsons Haltung zu dem Problem der Bürgerrechte stimmte mit meiner nicht überein – ich hatte das auch nicht erwartet. Dennoch war seine vorsichtige Nüchternheit offensichtlich keine Maske, um Gleichgültigkeit zu verbergen. Seine gefühlsmäßige und intellektuelle Beteiligung war echt. Es wurde deutlich, daß er nach der Lösung für ein Problem suchte, von dem er wußte, daß, solange es nicht gelöst sei, ein großer Mangel im amerikanischen Leben bliebe. Ich verließ Johnson in der Überzeugung, daß eine zu undifferenzierte Haltung weißen Südstaatlern gegenüber ein schwerer Irrtum sein kann, dem Negerführer in der Hitze der Bitterkeit nur zu leicht unterliegen. Ich dachte an Vizepräsident Johnson, als ich in "The Nation" schrieb, daß der weiße Süden sich aufsplittere und daß ein Fortschritt nur gefördert werden könne, wenn man einen Keil zwischen die starrköpfigen Anhänger der Rassentrennung und jene neuen weißen Elemente treibe, deren Liebe zu ihrem Land stärker ist als die Herrschaft alter Gewohnheiten und Sitten.