Es sieht nun so aus, als würde der erste Anlauf zum Bau eines zivilen Überschallflugzeugs an den nüchternen Wirtschaftlichkeitsrechnungen eines britischen Regierungschefs scheitern. Es wäre allerdings bedauerlich, wenn damit auch die eingeleitete europäische Zusammenarbeit der Luftfahrtindustrie zerbrechen würde. Die Concorde mag ein schlechtes Beispiel und ein unglücklicher Anfang für eine solche Zusammenarbeit sein, das Projekt zeigt aber mit aller Deutlichkeit, daß Luftfahrtindustrie künftig in nationalem Rahmen nicht mehr konkurrenz- und damit existenzfähig ist.

In Amerika geht das Abenteuer mit Mach 3 inzwischen weiter. Aber es mehren sich auch dort die Stimmen, die dafür eintreten, die Entwicklung nicht zu überhasten. Ein Programm auf Biegen und Brechen, ein crash-program, wie Kennedy es gefordert hatte, findet heute nur noch wenig Gegenliebe. In England aber fragt man, warum ein Überschallflugzeug – wenn es denn unbedingt notwendig sei und gebaut werden soll – nicht ein gemeinsames amerikanischeuropäisches Projekt sein sollte. So meint der Economist, daß "ein dreiteiliges Entwicklungsprojekt unter Teilnahme von Großbritannien und Frankreich und der Aufbau einer europäischen Produktion parallel zur amerikanischen vielleicht für alle drei Regierungen der beste Ausweg ist".