Feuilleton

Unhaltbare Angriffe gegen Professor Oertel

Die ZEIT, so berichtete die "Bonner Rundschau" am 9. November, habe, "unhaltbar" den Professor angreifend, Friedrich Oertel als Dekan der Philosophischen Fakultät in jenem Semester bezeichnet, da Thomas Mann der Ehrendoktor aberkannt wurde.

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DIE ZEIT

Vorbild Seebohm

Was mag in Wenzel Jaksch gefahren sein? Seit der Sendung "Deutschlands Osten – Polens Westen" von Hansjakob Stehle im Hessischen Fernsehen vergeht keine Woche, ohne daß der Präsident des Bundes der Vertriebenen auf die Barrikaden steigt.

England will mitmachen

Die neue britische Regierung ist offensichtlich entschlossen, die Schlüsselposition Großbritanniens in der Frage der multilateralen Atomstreitmacht durch eine geschmeidige Haltung zu nutzen.

Regieren oder nur Mitregieren?

Der sozialdemokratische Parteitag, der nächste Woche beginnt, wird kaum die politischen Leidenschaften entzünden. Die SPD wird sich geschlossen und selbstbewußt präsentieren wie noch nie: Mit einem "Schattenkabinett" für Bonn, mit politischen Anträgen, ausgewogen und langatmig wie Grundsatzerklärungen der Bundesregierung.

Heinrich von Brentano

Deutschland hat einen Mann verloren, der für die Politik seines Landes und für das freie Europa mehr getan hat, als viele glauben.

Parteipolitik in Uniform

In Schwarzenbek bei Hamburg saßen im Saal des altrenommierten "Schröders Hotel" am Vorstandstisch die Herren des CDU-Kreisvorstandes Herzogtum Lauenburg.

Dauphin am Hofe de Gaulles

Selten verläßt er eine Rednertribüne, ohne seinen Zuhörern ein klassisches Zitat serviert zu haben, dem literarischer Seltenheitswert beizumessen ist.

Zeitspiegel

Ein neuer Versuch, Haitis Diktator Duvalier zu stürzen, ist gescheitert. Im Sommer waren dreizehn junge Haitianer, die in New York Asyl gefunden hatten, auf der Insel gelandet, um Duvaliers Militär und Geheimpolizei zu besiegen.

Berliner Geldgeschäfte

Zweimal protestierte der Kontaktbeauftragte Ost, Reuther, bei seinen Gesprächen mit den Senatsvertretern gegen die Wechselstuben in Westberlin.

Das Konzil und die Bombe

Das zweite Vatikanische Konzil schickt sich an, seine dritte Sitzungsperiode abzuschließen. Wann die Väter zur vierten Sitzungsperiode einberufen werden, erfahren sie vom Papst erst bei der feierlichen Schlußsitzung der dritten Session am Wochenende.

Die kranke Regierungspartei

An der letzten CDU-Krise war Franz Josef Strauß nicht unmittelbar beteiligt. Sie wurde durch das Adenauer- Interview in "Bild am Sonntag" ausgelöst und durch das Eugen Gerstenmaiers in der "Bild-Zeitung" sowie die Antwort Schröders in der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" noch verschärft.

Wolfgang Ebert:: Der neue Stil

Meine Damen und Herren, bevor wir der Tage gedenken, als der heutige demokratische Stil dieses Landes geprägt wurde, sollten wir einen Blick zurückwerfen auf jene Epoche, als die Demokratie bei uns noch in einer uns Heutigen seltsam, fast rührend anmutenden Weise ausgeübt wurde: vornehmlich nämlich im Parlament oder, wie man damals sagte, im Bundestag und seinen Ausschüssen.

Rätsel um Heinrich Jagusch

Heinrich Jagusch ist für seine Kollegen in der Karlsruher "Residenz des Rechts" kein "Fall", er ist ein Rätsel. Wie konnte er einem Manne wie Chefpräsident Bruno Heusinger ins Gesicht lügen? Das ist einfach nicht zu begreifen.

Eine bayerische Furche

Die Vorgänge um die vom ehemaligen Chefredakteur der christlich-sozialen "Reichspost", Friedrich Funder, nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete, vom Wiener Herold-Verlag herausgegebene "Furche", eine "freie kulturpolitische Wochenschrift", sind zu einem "Fall" geworden, der die Österreicher – wie üblich – entzweit.

Im Osten: Kein Streit, keine Einheit

Wenn die beiden kommunistischen Rivalen, die sich am vergangenen Wochenende in Moskau "unentschieden" trennten, nur unter sich gewesen wären – vielleicht hätten sie Ansätze zu Kompromissen ausfindig gemacht, vielleicht wäre mehr als nur eine "Atmosphäre der Freimütigkeit und Kameradschaftlichkeit" zustande gekommen.

Kambodscha: Ost oder West

Der chinesische Marschall Tschen Ji und der sowjetische Vertreter Ignatow standen hinter Prinz Sihanouk von Kambodscha, als er am Unabhängigkeitstag seine bisher heftigste Rede gegen die Amerikaner hielt.

Die USA führen 4:1

Im Raketen-Wettlauf mit der Sowjetunion haben die Vereinigten Staaten ihren Vorsprung auf 4 : 1 ausbauen können. Nach den Schätzungen des Londoner Instituts für Strategische Studien (siehe Schaubild) würde sich dieser Vorsprung allerdings verringern, wenn die Sowjets im bisherigenTempo weiterbauen.

Ein Außenminister steht seinen Mann

Der innerparteiliche Streit um die Außenpolitik der Bundesrepublik, der durch Interviews führender CDU-Politiker offenkundig geworden war, veranlagte die SPD zu vierzehn dringlichen Fragen an die Bundesregierung.

Namen der Woche

Großherzog Jean von Luxemburg, der am vorigen Mittwoch seiner Mutter Charlotte auf den Thron folgte, ist nach einem halben Jahrhundert wieder der erste Mann an der Spitze des kleinen Landes.

Jemen – Israel – Kurdistan:: Zwischen Krieg und Frieden

Vorige Woche änderte sich das Bild gleich dreimal: Im Jemen beendete ein Waffenstillstand den zweijährigen blutigen Bürgerkrieg; am See Genezareth lieferten sich Syrer und Israelis die schwersten Gefechte seit 1962; im Norden des Irak sind die Kurden nach neunmonatiger Waffenruhe ins flache Land herabgestiegen und beginnen dort eine autonome Verwaltung aufzubauen.

Moskau – Peking: Kampf geht weiter

"Offen und kameradschaftlich" – mit diesen Worten pflegt die sowjetische Propaganda den Mißerfolg ideologischer Gespräche zwischen kommunistischen Bruderparteien zu umschreiben.

Von ZEIT zu ZEIT

Nach einer plötzlichen Verschlimmerung seiner Krankheit starb im 60. Lebensjahr in Darmstadt der erste Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und Vorsitzende der Bundestagsfraktion der CDU / CSU, Heinrich von Brentano.

Vierzehn Jahre in Ulbrichts Kerkern

Nr. 1/50 und die 5095 Tage – Notizen aus dem ungeschriebenen Tagebuch eines freigekauften DDR-Häftlings / Mitgeteilt von Werner Höfer

Letzte Woche in der DDR: ,,Genug zum Leben"

Zum erstenmal seit drei Jahren hat die DDR-Regierung allen "Personen im Rentenalter" – Männern über 65 und Frauen über 60 Jahre – die Ausreise zum Besuch ihrer Verwandten in der Bundesrepublik erlaubt.

Zeitgeist im Wort

Das Stichwort Imperialismus ist seit seinem Aufkommen in der Mitte des letzten Jahrhunderts und mit dem Bedeutungswandel bis in unsere Tage Gegenstand einer Fülle von Verwendungen in den Reden der führenden Staatsmänner, der politischen Presse, in Zeitschriftenaufsätzen und selbständigen Publikationen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt in allen Ländern der Welt.

Revolution 1917

Das wichtigste Ereignis in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts ist oft erzählt worden. Der vorliegende Band ergänzt die Darstellungen durch eine Auswahl von Quellen zur Vor; geschichte des bolschewikischen Staatsstreiches und zum Hergang des umstürzenden Ereignisses, Breiteren gebildeten Schichten sind die hier benutzten Memoiren, Zeitschriften und Spezialuntersuchungen bisher unbekannt geb’ eben.

Ein reiches Leben

Jüngeren Lesern muß man diesen Mann erst noch vorstellen, dessen Name im Ersten Weltkrieg durch die ganze Welt flog. Er war damals mit wenigen Getreuen durch die afghanische vertrat zum Emir von Afghanistan geritten und vertrat hier, Soldat, Abenteurer, Diplomat, Völkerrechtler, Verwaltungsbeamter, Ratgeber, die Sache des Reiches unter schwierigen Umständen.

Warschauer Pakt

Von der Gründungsurkunde aus dem Jahre 1955 bis zur Erklärung über die Notwendigkeit der Mauer in Berlin vom August 1961 reicht die Auswahl der Dokumente über das östliche Gegenstück zur NATO.

Wilhelm II.

Die Engländer haben seit einiger Zeit den letzten Deutschen Kaiser wiederentdeckt, und einige bedeutende britische Historiker oder Schriftsteller haben ausführliche Lebensbeschreibungen veröffentlicht.

Eine liebenswerte Gestalt

Der Reiz dieses Buches rührt vor allem von der verwirrenden, belustigenden und achtunggebietenden Gestalt Garibaldis. Man hatte schon immer geahnt, daß Giuseppe Garibaldi nicht die eherne Denkmalsfigur war, als die eine patriotische Legende seiner Landsleute ihn darstellen wollte.

Die Tugend des Nein-Sagens

Was mich – wenn man mir eine persönliche Vorbemerkung gestattet – am angelsächsischen politischen und im weitern Sinne sozialen "Klima" am stärksten beeindruckt, ist der Umfang und die Lebendigkeit des öffentlichen Lebens: das hohe Niveau der Publizistik, die Qualität und Schärfe journalistischer Kritik, vor allem aber die Beteiligung und das Engagement von Individuen und Gruppen am politischen Leben im allgemeinen und ihre spontane Aktivität bei Streitfragen im besonderen.

Pflicht zur Integration

Internationale Zusammenarbeit ist längst kein bloßes Schlagwort mehr. Eine Vielzahl von Bündnissen und Organisationen ergänzt, unterstützt oder korrigiert die staatliche Tätigkeit.

Der ukrainische Nationalismus

Im Jahre 1961 erschien von Borys Lewytzkyj das Werk "Vom roten Terror zur Sozialistischen Gesetzlichkeit". Es war die erste grundlegende Darstellung der Geschichte des sowjetischen Sicherheitsdienstes nach dem Kriege.

Erst ein Anfang

Die Vergangenheit des deutschen Katholizismus gewinnt immer größeres Interesse. Nachdem ungefähr zehn Jahre lang kaum ein ernstzunehmendes Buch zu diesem Thema erschienen ist, kommt nun eins nach dem anderen auf den Büchermarkt.

1917 begann ein neues Zeitalter

Die Ranke-Gesellschaft, Vereinigung für Geschichte im öffentlichen Leben, hat vor einem Jahr ihre Freunde zu einer Tagung in Arnoldshain versammelt.

Deutsches Fernsehspiel - eine Hoffnung?

Das Zahlenbeispiel, das Egon Monk gibt, klingt nicht gerade ermutigend: Danach stehen 200 bearbeiteten (oder abgefilmten) Theaterstücken und etwa 90 bearbeiteten Romanen nur rund 25 originale Fernsehspiele gegenüber.

LES ADIEUX oder: DIE SCHLACHT BEI STÖTTERITZ

Am Darmstädter Landestheater, auf dem letzten deutschen "Nudelbrett", bringt es Gerhard F. Hering fertig, eine zehnjährige Sellner-Tradition des literarisch anspruchsvollen Schauspiels nicht verbleichen zu lassen, sondern sie auf eigenwertige Weise fortzusetzen.

Fernsehen: Die Predigt am Volkstrauertag

Im Totenmonat, wenn auf den nebligen Gräbern die Lichter verblaken, hat das Volk zu bestimmten Stunde an jene zu denken, die man mit verlogenem Euphemismus als unsere gefallenen Söhne bezeichnet.

Film

"Marnie" (USA; Verleih: Universal): Vor Jahren ist in einer Hafengasse Baltimores ein blutiges Drama abgerollt. Die fünfjährige Marnie erschlug im Handgemenge einen "Kunden" ihrer Mutter mit dem Schürhaken.

Zum Lachen oder Weinen?

Wenn alle Maschinen auf einmal verrichtet wurden – die Gattung Mensch würde in sechs Wochen zugrunde gehen. Die Seele des Menschen ist den Maschinen hörig geworden.

Gedenktage, Gedenkstätten

Daß Gedenktage das Gedächtnis und die Erinnerung der Menschen nicht auf ein Damm ixieren und beschränken sollen, ist ein Gemeinplatz, den man in allen Gedenktagsreden hören kann.

Brief aus Krähwinkel

Ein gehorsamer Vater hat sich gestern den Beatle-Film angesehen; schließlich läuft er jetzt auch in Krähwinkel. Es kam mir so vor, als ob die Frau an der Kasse schmunzelte; tatsächlich habe ich denn auch in dem Kino gesessen wie Gulliver unter den Liliputanern, ich war der einzige "Volljährige".

Nachspiel 1937

Zur Klärung und Dokumentation der Vorgänge um die Aberkennung der Ehrendoktorwürde Thomas Manns ist folgendes Nachspiel interessant.

Zeitmosaik

Georges Brassens, der bärtige Pariser Dichter und Sänger mit dem "schlechten Ruf", stellte zehn neue Chansons vor – und gab der Zeitschrift L’Express gleichzeitig einige Erklärungen über das Entstehen seiner Verse, die inzwischen sogar Gegenstand von Dissertationen geworden sind: "In meinem Kopf strömt ein Fluß, der komische Sachen mit sich führt, Blumen, Dreck, Friedhöfe, Freunde.

Orpheus für das Altersheim

Wovon leben die deutschen Künstler? Woher kommt es, daß die Maler und Bildhauer, wenn auf einer Party sich das Gespräch dem Thema der Automarke zuwendet, nicht einfältig verstummen, sondern mit eigenen Erfahrungen, sei es auch nur auf dem Gebiet des Kleinwagens, das Ihre beisteuern können? Auch die Künstler sind heute weitgehend motorisiert, auch sie machen ihre Spanien- und Frankreichreise im eigenen Wagen, warum auch nicht, es wäre lächerlich, dem Maler zu mißgönnen, was jeder Zigarrenhändler und Fliesenleger sich leisten kann, ohne daß dabei auch nur ein potentieller produktiver Nutzen herausspränge.

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