Kipphardt schreibt: "Es muß doch auch nach Auschwitz einem deutschen Schriftsteller erlaubt sein, Kernfragen seiner Zeit zu behandeln." Es ist nicht nur erlaubt, es ist im höchsten Maße erwünscht und erforderlich. Und es scheint mir allzu bequem und in der Regel nicht sehr wirkungsvoll, sich gerade dieser Fragen in szenischen Allerweltsparabeln anzunehmen – in Stücken also, die überall und immer spielen. Und daher nirgends und nie.

Das Zeitstück muß, meine ich, so konkret wie möglich sein. Man braucht es Heinar Kipphardt nicht zu sagen – denn dies ist gerade der Weg, den er als Dramatiker geht. Nur ist er in dem Schauspiel "In der Sache J. Robert Oppenheimer" auf diesem Weg vielleicht einen kleinen Schritt zu weit gegangen. Was freilich nichts an der Tatsache ändert, daß wir ihm für ein vorzügliches Theaterstück zu danken haben.