I. Das "Fräulein" der Kinder und seine Umwelt

Von Horst Wetterling

Die Zahl junger Damen, die das Lehramt an Volksschulen erstreben, hat in den letzten Jahren ständig zugenommen, und so auch ihr Anteil unter den Studenten an pädagogischen Hochschulen. Sind sie dann im Amt, die Abiturientinnen, die der Volksbildung dienen wollen, so möchten sie es nicht wahrhaben, daß sie Lehrerin sind, der Kinder "Fräulein". Im einzelnen:

Im Winterhalbjahr 1951/52 waren es etwa 4000 junge Damen im Bundesgebiet, die sich dem Studium an einer pädagogischen Hochschule widmeten, im Winterhalbjahr 1962/63 rund 26 000.

Im Winterhalbjahr 1951/52 betrug ihr Anteil unter den Studenten dieser Hochschulen in der Bundesrepublik 50,4 Prozent, im Winterhalbjahr 1962/63 machte er 62,6 Prozent aus.

Dabei ist er in einigen Ländern noch höher hinaufgeschnellt: in Schleswig-Holstein auf 68,5 Prozent, in Hamburg auf 71,1 Prozent, in Berlin sogar auf 74,2 Prozent.

Zum Vergleich: Unter den Studenten der Allgemeinen Medizin beträgt der Anteil der Damen 33,5 Prozent, in der Volkswirtschaftslehre 17,4, in der Rechtswissenschaft 11,1 und in der Chemie 9,4 Prozent.