Der italienischen Zeitung Il Tempo zufolge sollte das ägyptische Botschaftspersonal in Rom vom Botschafter bis zum Koch ausgewechselt werden. Das läßt auf ein gewisses Mißtrauen gegen den diplomatischen Dienst dieses Landes schließen. Mit welchem verantwortungsvollen Ernst dort aber Diplomaten auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet werden, davon konnte ich mich bei der Abschlußprüfung der Diplomatenschule in Nazim überzeugen.

"Vom Flugplatz sofort herbefördern, wir brauchen ihn dringend!", wies Abou el Heiloukh, ein hoher Beamter des ägyptischen Außenministeriums einen Assistenten an, der sich sogleich davonmachte. Darauf fuhr el Heiloukh mit der Prüfung fort: "Abou Nouass – was ist das schönste an Ihrem zukünftigen Beruf?"

"Daß man ja jeden, der einem nicht gefällt, umlegen kann."

"Weiter?"

"Daß man jemanden, der einem nicht gefällt, betäuben und in eine Kiste stecken kann."

"Sie gehen nach Rom. Was noch? El Adjadze?"

"Daß man ein bißchen Rauschgifthandel betreiben kann. Oder Diamantenschmuggel. Oder tödliche Verkehrsunfälle bauen. Oder Miete schuldig bleiben."