R. B., Berlin, im November

Der Berliner Bürgermeister Heinrich Albertz hat neuerdings einen Narren – den Narrenprinzen des diesjährigen Karnevals. Daß er in dieser besonderen Weise dem Bürgermeister zugehört, rührt daher, daß Albertz, obgleich sonst mit Humor bedacht, ihn zunächst abgelehnt hatte, dann aber nebst Prinzessin dennoch im Rathaus empfing. Dabei entschuldigte sich Albertz für unbegründete Verdächtigungen; er sei einer Fehlinformation zum Opfer gefallen und habe daher geglaubt, den Kaufmann, der in diesem Jahr das Prinzenamt ausübt, nicht empfangen zu dürfen.

Es müssen sehr gewichtige Informationen gewesen sein, die den sonst der Narretei aufgeschlossenen Heinrich Albertz veranlaßten, die karnevalsfreudigen Berliner vor den Kopf zu stoßen zugleich müssen sie sehr gewichtslos gewesen sein, da sie so schnell verfliegen konnten. Gewiß war da Narretei im Spiel. Anscheinend ist ein seltsamer Kobold in das Schöneberger Rathaus eingezogen und wirft dort mit Fehlinformationen in letzter Zeit nur so um sich. Er mag unsichtbar auch in der Zimmerecke gehockt und sich ins Fäustchen gelacht haben, als Bürgermeister und Narr sich endlich die Hand gaben.