Günter Olzog: Die politischen Parteien; Günter Olzog Verlag, München; 158 S., kartoniert 2,90 DM.

Der Verfasser hat verständigerweise nicht den Ehrgeiz, die großen und grundlegenden Werke über die Geschichte der Parteien, etwa die von Mommsen oder Bergsträßer, zu verdrängen. Aber als eine erste Einführung ist das Büchlein sehr brauchbar. Es gibt einen Grundriß, nennt viele Zahlen, die es als Nachschlagewerk empfehlen, und bringt Auszüge aus Erklärungen führender Köpfe und der Programme. Die verbindenden Texte des Herausgebers sind mehr als eine Zusammenfassung, sie enthalten auch genug Anregungen eines selbständigen Kopfes (was natürlich bedeutet, daß der Leser auch gelegentlich zum Widerspruch gereizt wird). Es lohnt sich beispielsweise, über Olzogs These nachzudenken, daß auch die Nein-Sager im Weimarer Staat demokratisch handelten, weil sie sich politisch mehr engagierten, als dies heute oft unter Demokraten der Fall ist. P. St.