Wirtschaft

Eine Bank für Europa

In Frankfurt liefen Gerüchte um: Die Rothschilds kommen zurück! Tatsächlich sah es kurze Zeit so aus

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Feuilleton

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DIE ZEIT

Schicksal in eigener Hand

In Washington wird jetzt, nachdem Präsident Johnson mit großer Mehrheit für die nächsten vier Jahre ins Weiße Haus gewählt wurde, die weltpolitische Lage neu überdacht.

Das Ziel: ein halber Sieg

Soviel Zuversicht war noch auf keinem Parteitag der SPD zu spüren wie in Karlsruhe. Aber der Optimismus ist gezügelt. Niemand glaubt, daß die SPD bei der Bundestagswahl die absolute Mehrheit erreichen wird.

MLF im Nebel

Treibt der Westen auf eine zweite "EWG-Krise" zu? Die Anzeichen mehren sich. Allenthalben ist die Verwirrung groß, und die Nervosität wächst.

Der Bürgermeister und sein Narr

Der Berliner Bürgermeister Heinrich Albertz hat neuerdings einen Narren – den Narrenprinzen des diesjährigen Karnevals. Daß er in dieser besonderen Weise dem Bürgermeister zugehört, rührt daher, daß Albertz, obgleich sonst mit Humor bedacht, ihn zunächst abgelehnt hatte, dann aber nebst Prinzessin dennoch im Rathaus empfing.

Zeitspiegel

"General de Gaulle will – mit Recht – keine amerikanische Vorherrschaft. Indem er sich also weigert, Europa zu verwirklichen, wählt er, ob er es will oder nicht, ob er es gesagt hat oder nicht, die sowjetische Vorherrschaft.

Wieviel Bomben hat de Gaulle?

In einem Interview hat der Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier vor kurzem geäußert: "Bei der heutigen technischen Entwicklung muß man sich die Frage stellen: Werden die Amerikaner rechtzeitig genug den Einsatzbefehl geben können? De Gaulle, daran habe ich keinen Zweifel, würde, wenn wir angegriffen werden, sofort schießen.

Kreml ohne Chruschtschow

Der 14. November war für die Sowjetunion ein wichtiges Datum. An diesem Tage trat auf der Sitzung des Zentralkomitees die Zielsetzung der neuen Breshnew-Kossygin-Führung deutlich hervor.

Ein Kriminalrat wurde rehabilitiert

Am vergangenen Wochenende wurde in Bonn ein Beamter rehabilitiert, der 19 Monate lang mit dem Makel eines Kriegsverbrechers behaftet und als "Henker von Mailand" angeprangert worden war: Kriminalrat Theo Saevecke, bis zum Frühjahr 1963 Referent für Hoch- und Landesverrat bei der Sicherungsgruppe Bonn des Bundeskriminalamtes.

Pause vor dem letzten Akt

Der allgemeine Eindruck ist, daß die dritte Periode des Zweiten Vatikanischen Konzils in einer etwas zwielichtigen Atmosphäre zu Ende gegangen sei.

Fieber in Washington

Eine halbe Stunde vor dem in der deutschen Botschaft arrangierten Herrenessen mit Dean Rusk mußte sich Außenminister Gerhard Schröder am Montagabend mit hohem Fieber ins Bett legen: Folge einer Pockenimpfung vom 14.

Kommunisten im Vormarsch

Folgt man den Schlagzeilen der Parteiblätter, so haben die am vergangenen Sonntag für Italiens Kommunal- und Provinzwahlen aufgestellten Urnen reichlich "Sieg für alle" enthalten.

Was wollte General de Gaulle?

Der Ton der Straßburger Rede de Gaulles war ungewöhnlich und unerwartet, darin sind sich alle französischen Beobachter einig.

Ein europäisches Europa?

"Mein lieber Kanzler, wie können wir die Einheit erreichen, wenn wir uns nicht über Ziel und Zweck eines vereinten Europas einig sind?" Mit dieser Frage schob Charles de Gaulle in seiner letzten Unterredung mit Konrad Adenauer die Bonner Vorschläge für eine Europa-Initiative beiseite.

Mann im Koffer

Ein etwas ungewöhnliches Diplomatengepäck transportierten zwei ägyptische Konsularbeamte vorige Woche zum Flughafen Rom. Aus einem Kleiderkoffer, den sie an Bord eines Kursflugzeuges nach Kairo schieben wollten, drangen seltsame Geräusche an das Ohr eines Zollbeamten.

Wende in Südvietnam

Der Krieg in Südvietnam kann mit militärischen Mitteln allein nicht mehr gewonnen werden. Mit dieser Erkenntnis kam der US-Botschafter in Saigon, General Maxwell D.

Wege zur Einheit

1. Konstitution "de ecclesia" (Über die Kirche). Die Unfehlbarkeit des Papstes, verkündet beim Ersten Vatikanischen Konzil 1869/70, wird ergänzt durch die Kollegialität der Bischöfe, die künftig an seiner Autorität teilhaben.

Namen der Woche

Josef Jansen, Leiter der politischen Abteilung I/West im Auswärtigen Amt, wird neuer deutscher Botschafter beim Vatikan. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Albert Hilger van Scherpenberg, der die Altersgrenze erreicht, ist Jansen Katholik.

Von ZEIT zu ZEIT

Eine separate europäische Vorteidigungsorga- nisation forderte Charles de Gaulle in seiner betont deutschfreundlichen Straßburger Rede.

Ulbrichts Justiz ist humaner geworden

Wir können heute befriedigt feststellen, daß Recht und Gesetzlichkeit in unserer Republik weiter gefestigt und zeitweilig vorhandene Überreste dogmatischer Erscheinungen überwunden wurden, daß die Garantien für die strikte Wahrung der Rechte der Bürger, ihrer Freiheit und Gleichberechtigung und der Gerechtigkeit gegenüber jedermann weitere Vertiefung erfuhren.

Der Mythos eines Diktators

Für viele Argentinier ist 1964 das "Jahr der Rückkehr". Sie erwarten, daß Juan Domin Perón nach neun Exiljahren wieder zu seinem Volk kommt.

Das königliche Aufsatzheft

Eigentlich kann das englische Königshaus nicht nur ganz beruhigt, sondern durchaus stolz sein: Die Aufsätze des 15jährigen Thronfolgers stellen diesem ein vorzügliches Zeugnis aus.

Bleiben die Mörder unter uns?

Eine scheinbar absurde Frage: Was geschieht, wenn eines Tages Adolf Hitler wieder auftauchen sollte? Offiziell ist er tot. Vor dem Amtsgericht Berchtesgaden sagte im Oktober 1956 sein Fahrer Kempka aus: "Er hatte sich am 30.

Gesetze und Urteile

"Der Ablauf, der Frist für die Verjährung schafft nur ein Verfahrenhindernis, keine sachlichrechtliche Lage, die es ausschlösse, das Recht zur Strafverfolgung dadurch wieder aufheben zu lassen, daß die Verjährungsfrist verlängert wird.

Aus Steinen kleine Käfer?

Man nehme ein altes Hemd und eine Handvoll Weizenkörner und warte 21 Tage. Nach dieser Frist sind, so behauptete Anfang des 17.

Zeit-Berichte aus der Forschung

Raketenstufen sind teuer. Wenn sie ausgebrannt sind, werden sie als überflüssiger Ballast abgeworfen. Sie verglühen dann entweder in der Atmosphäre oder kreisen sinnlos jahre-, jahrzehnte- oder jahrhundertelang um die Erde und gefährden alle späteren Raumflüge.

Bienen mit Heimweh

Es mag sein, daß sogar Fliegen ein wenig lieben, hassen, leiden und sich ängstigen." Mit diesem Ausspruch trat jetzt der Tierpsychologe Professor Vincent G.

Fehlkonstruktion der Natur: das Auge

Das menschliche Auge ist, physikalisch gesehen, eine Fehlkonstruktion. Ein Modellversuch zeigt: Gerade Linien werden auf der Netzhaut krumm abgebildet, die Randverzerrungen sind schlimmer als bei einem Drei-Mark-Kinderfernrohr, alle Konturen verschwimmen unter regenbogenartigen Farbrändern.

Fernsehen: Herr und Henker

Er hieß Schmidt, vielleicht auch Schmid oder Schmitt, ich weiß es nicht mehr, ich habe den Namen über der Betrachtung seines Gesichtes vergessen.

Sonntag, 15. November, das Hörspiel:: Man bittet zu läuten

Ich hab’ was gegen alle – diese Beteuerung eines senilen Menschenfeindes in dem neuen Günter-Eich-Hörspiel "Man bittet zu läuten" (Gemeinschaftsproduktion des Norddeutschen mit dem Bayerischen Rundfunk) trägt das Motiv des Stücks in sich.

Film

"Gorkis Kindheit" (UdSSR; Verleih: Neue Filmkunst): Mark Donskoj, einer der berühmtesten russischen Regisseure der dreißiger Jahre, beschreibt im ersten Teil der Gorki-Trilogie (1938–1940), die auf den autobiographischen Romanen Maxim Gorkis beruht, seine Bewußtwerdung.

Mit und ohne Parteilichkeit

mentar- und Kurzfilmwoche", die nunmehr schon zum siebenten Male in den Mauern der Messestadt Leipzig stattfand. Das Leipziger Festival erfreut sich auch in der Bundesrepublik einer sichtbaren Beliebtheit.

Sensation auf dem Kunstmarkt

Die National Gallery in London hat soeben dieses Spätwerk von Paul Cézanne erworben und dafür runde fünfhunderttausend Pfund bezahlt.

KOMMENTAR

Wenn wir neue Dokumente zu dem Fall, der mit Recht Aufsehen erregt hat, unter dem alten Titel veröffentlichen, so vor allem deswegen, weil es die Wahl Professor Mosers zum neuen Rektor der Universität Bonn war, die den Anstoß gegeben hat, der eine Lawine des Unbehagens ins Rollen brachte.

Kleiner Kunstkalender

Sind nun auch die jungen deutschen Maler von der großen Pop-Welle erfaßt, die von Amerika nach Europa gerollt ist und das abstrakte Terrain überflutet? Viele Experten sind bestürzt, reden von modischen Spekulationen und wollen nicht wahrhaben, daß hier tatsächlich neue Kräfte am Werk sind, die endlich aus der Phase der Stagnation herausführen.

Abgeschoben?

An der Ernennung Monsignore Giovan Battista Montinis zum Nachfolger des verstorbenen Kardinals Schuster auf den Erzbischofsstuhl von Mailand fällt eines auf: Während die hohen Prälaten in der Regel aus den Diözesen zur vatikanischen Diplomatie kommen, ist es bei ihm umgekehrt, und man fragt sich: Wollte Papst Pius XII.

Ermutigung zum Porträt

Während es im allgemeinen heute üblich ist, zu propagieren, was ohnehin im Schwange und mithin das Alltägliche ist, hatte die Bayerische Akademie der Schönen Künste" den lobenswerten Einfall, einen "Wettbewerb zur Förderung der Bildniskunst" auszuschreiben.

Zeitmosaik

Herbe Kritik an der Struktur der deutschen Universitäten übte Nobelpreisträger Professor Rudolf Mössbauer, dem ausgerechnet das angeblich so konservative Land Bayern die Möglichkeit gab, die Technische Hochschule in München nach amerikanischem Muster zu reformieren; und ausgerechnet vor der auch nicht gerade als fortschrittlich verschrienen CSU konnte Mössbauer so goldene Worte prägen wie: Die Einheit von Forschung und Lehre ist in Deutschland vielfach nur noch eine Farce; an ihre Stelle ist die Einheit von Lehre und Verwaltung getreten.

Stephan Hermlin: Tradition und Moderne

Über dieses Thema veranstaltete der Internationale PEN-Club Mitte Oktober 1964 in Budapest ein Colloqium. Einführende Thesen formulierte der ungarische Dichter Gyula Illyes.

BILLIG IM AUGUST

Es war billig im August: die unentbehrliche Sonne, die Korallenriffe, die Bambus-Bar und die Kalypsos – alles zu ermäßigten Preisen, wie leicht schmuddelige Unterwäsche im Ausverkauf.

Nicht angepaßt

Folgendes trägt sich zu: Horace Austin Warren Tabor. Mann um die fünfzig, früher, zur Zeit des großen Goldrausches Minenarbeiter und Goldgräber, sitzt jetzt im gottverlassenen Leadville, Colorado, in seiner Blockhütte, die gleichzeitig Post-Office, Kramladen, und Wirtsstube für dieses Nest ist.

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