Jedenfalls fand man bei Hanssmann pornographisches Material, auch ein Tonhand, Insgesamt 73 verschiedene Frauen und Mädchen waren abgebildet, 36 davon sollen identifiziert worden sein. Nicht in allen Fällen wurde gegen die Frauen Anklage erhoben. Übrigens beeilte man sich, über die Zeitungen versichern zu lassen, daß es sich bei den Angeklagten keinesfalls um "Prominenz" handle. Augsburgs wahre Prominenz habe mit solchen Dingen nichts zu tun, mit Sodomie schon gar nichts.

Auch beim nächsten bayerischen Sittenskandal wurden die Bürger schnell darüber aufgeklärt, daß die Prominenz nicht betroffen sei. Diesmal kam die beruhigende Versicherung aus Regensberg. Dort hatte sich ein dreiundvierzigjahriger Tankwart mit einer sechzigjahrigen Beraterin zusammengetan und sich des Liebeslebens seiner Mitbürger angenommen. Er organisierte "Arrangements" im Wald, in Wohnungen und Gasthäusern sowie in seiner Tankstelle. Stellten sich natürliche Folgen solchen Lebenswandels ein, dann mußte die ältere Frau eingreifen – gegen eine bescheidene Gebühr von 500 Mark.

Wenn das Wetter warm und sonnig war, traf man sich im Hohengebrachanger Forst. Es wurde getrunken, die Partner wurden ausgetauscht, man tollte im Adamskostüm durch die Busche und spielte Ringelreihen. Nach drei Jahren spielte die Freundin des Tankwarts nicht mehr mit. Der versuchte sie mit -harten Worten, ein bißchen Druck wohl auch, wieder auf Vordermann zu bringen. Da lief sie zu ihrer Mutter und schüttete ihr Herz aus, anschließend auch der Polizei.

Dies war freilich ein harter Schlag, denn das Mädchen war die Hauptattraktion der ganzen Organisation gewesen, der mindestens 15 wohlgelittene Regensburger Geschäftsleute und ein paar verheiratete Frauen angehörten. Sie war vom Tankwart in einem Chambre separée, in einem "Separatl", wie man hierzulande sagt, einquartiert worden. Kam ein gutbekannter Kunde und ließ aufranken, bekam er Skonto besonderer Art. Er wurde ins Separatl gebeten. Als Zuwaag’ sozusagen...