Langsam entwickelt sich Grischka, nunmehr Titelheld des vierten Buches, zu einem Übermenschen, ähnlich den Figuren, die in Comic Strips ein unbesiegtes Leben führen. In

René Guillot: "Grischkas großes Abenteuer", aus dem Französischen von Julia Mass; Lothar Blanvalet Verlag, Berlin; 171 S., 9,80 DM

erlebt der knabenhafte Stammesführer der Tuschkenen zusammen mit seinen Bärenfreund Dschidi so fabelhafte Abenteuer, befreit sich aus so ausweglosen Situationen und übersteht so ungeheuerliche Strapazen, daß dagegen Tarzan ein rechter Waisenknabe zu sein scheint. Wie dieser ist auch Grischka edel und ein Freund der Tiere, wie diesem begegnen auch Grischka die bösen Angehörigen sagenhafter Stämme (hier sind es die Nachfahren der Wikinger auf den Inseln vor der sibirischen Küste), Was allerdings Grischka und Tarzan so weit voneinander trennt wie Sibirien von Afrika, das ist der Stil ihrer literarischen Väter. Was bei Mister Burroughs Schwulst, Sentimentalität und Kitsch ist, das schildert René Guillot in einer harten und klaren Sprache. Es ist ein Genuß, dieses Buch zu lesen, und ich glaube sicher, daß jeder Junge die Abenteuer von Grischka nicht so unglaubwürdig findet wie ich. Zumindest sind sie glaubwürdig geschrieben.

René Guillot erhielt den "Hans-Christian-Andersen-Preis 1964", Für sein zweites Buch dieses Jahres

René Guillot: "Fonabio und der Löwe", aus dem Französischen von Julia Man; Lothar Blanvalet Verlag, Berlin; 165 S., 9,80 DM

hätte ich ihm ihn auch verliehen. Eine großartige Afrikageschichte von Fonabio, dem Jungen vom Voltafluß, seinem Löwenbruder Naba und dem weißen Jäger Marlow. Wie Guillot hier die afrikanische Landschaft schildert, die Mentalität ihrer Menschen und das Geheimnis, das den Busch umgibt, ist meisterhaft. "Fonabio und der Löwe" ist ein Klassiker der Kinderliteratur mit genau der richtigen Mischung aus Märchen und Realität, aus Abenteuer, Treue und Traurigkeit.

Der erprobte Guillot-Illustrator Werner Bürger verleiht beiden Bänden mit seinen Federzeichnungen, die mehr als nur realistisch sind, Farbe und Authentizität.