"Papas Theater ist tot" schrieb Friedrich Luft über zwei Stücke von Carl Zuckmayer.

on Uwe Nettelbeck

Es begann gehütet, höflich und leise. Walter Höllerer erschien auf der Bühne des Studios in der Berliner Akademie der Künste, im Pulbver, und bat die Gäste, die Störung durch die Fernsehleute zu verzeihen, mischte bescheiden Programmatisches zwischen die Floskeln und stellte drei junge Amerikaner vor.

Es war am Mittwoch vergangener Woche gegen elf Uhr abends. Angekündigt war im Rahmen einer vom Literarischen Colloqutun veranstalteten Reihe das New Yorker Livarg Theatre mit dem Stück "The Brig".

Kenneth Brown, der Autor, stand neben Höllerer: weißes Hemd, gemusterte Jacke, Windsor-Knoten. Um ein paar einleitende Worte gebeten, sagte er, sehr deutlich, mit herabhängenden Armen und konfirmandenbrav gefalteten Händel, auf Englisch allerdings: Solange die Welt nicht begreife, daß in einer Armee nicht humane Verteidiger hoher Werte herangezüchtet werden, sondern potentielle Killer, solange sei der nächste Krieg noch möglich.

Seine Regisseurin sollte das übersetzen. Das Deutschen ungewohnt, gab sie eine freundliche Paraphrase, in der die unfreundliche Sensen eher nach schüchternem Pazifismus klang.

Was folgte, bedurfte weder der Einführung noch einer Erklärung, nicht einmal der Übersezung.