Eine separate europäische Vorteidigungsorga- nisation forderte Charles de Gaulle in seiner betont deutschfreundlichen Straßburger Rede. Zu Auskünften über die jüngsten Äußerungen des französischen Staatspräsidenten bat Bundeskanzler Ludwig Erhard den Botschafter Roland de Margerie zu sich. Englands Premierminister Harold Wilson verwarf im britischen Unterhaus das MLF-Projekt. Während seines Besuchs in den Vereinigten Staaten ist Bundesaußenminister Gerhard Schröder an den Folgen einer Schutzimpfung erkrankt. Zum Todestag John F. Kennedys schrieb Charles de Gaulle der Witwe einen Trostbrief.

Die USA und die UdSSR schlossen ein Abkommen über gemeinsame Forschungen zur atomaren Umwandlung von Salz- in Süßwasser. Die neuen Kreml-Herren empfingen 92 amerikanische Geschäftsleute. Über Laos und Südchina wurden amerikanische Aufklärungsflugzeuge abgeschossen. Peking warnte Moskau vor einem "Chruschtschowismus ohne Chruschtschow". – Alexej Adschubej, Schwiegersohn Chruschtschows und einstiger Chefredakteur der "Iswestija", wurde llustriertenredakteur.

Mit einem Gedenken an John F. Kennedy begann in Karlsruhe der Parteitag der SPD. Mit mehr Enttäuschung als Ermutigung endete die Dritte Session des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die italienischen Gemeindewahlen brachten den Christlich-Demokraten und den Nenni-Sozialisten Verluste, den Liberalen und Kommunisten Gewinne. Auf dem römischen Flughafen Fiumicino fanden 45 Menschen bei der Explosion einer startenden Düsenmaschine den Tod.

Die Entführung eines israelischen Agenten wurde in Rom vereitelt. Israels ehemaliger Ministerpräsident Ben Gurion ist aus dem Zentralkomitee der Mapai-Partei ausgetreten. Auf Veranlassung Ägyptens forderte die Arabische Liga von Bonn die Beendigung der Waffenlieferungen an Israel. Während seines Aufenthalts in Ägypten besichtigte Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier den Assuan-Damm, Der ägyptische Staatschef Gamal Abdel Nasser nahm eine Einladung in die Bundesrepublik an.

Mit dem Absprung belgischer Fallschirmjäger über Stanleyville zur Befreiung der von Rebellen bedrohten Weisen erreichte die Kongo-Krise einen neuen Höhepunkt. Die britische Regierung verhängte ein Embargo über Waffenlieferungen nach Südafrika. Der neue NATO-Generalsektretär Manila Brosio besuchte Bonn.

Bundeskanzler Ludwig Erhard empfing neun Vertreter der Mineralölwirtschalt zu einem Gespräch über die Energiepolitik. Der Bundesrat stimmte einem Vermittlungsvorschlag zur Kleinen Strafprozeßrechtsreform zu. Nordrhein-Westfalens Innenminister Willi Weyer möchte Verkehrssünder durch Schnellgerichte verurteilen lassen. Zwei junge Hamburger haben in den letzten Monaten fast 4000 Fernsehgeräte auf Feldwegen illegal nach Holland gebracht. Die Produktion des VW-Standard wurde eingestellt. Die EWG beteiligte sich an der Subventionierung des französischen Weizenexports nach China. Die Bank von England erhöhte den Diskontsatz von fünf auf sieben Prozent.

Für das hohe Defizit der Wiener Staatsoper machte der österreichische Rechnungshof den ehemaligen Chefdirigenten Herbert von Karajan verantwortlich. Für Paul Cézannes Spätwerk "Die großen Badenden" zahlte die Londoner National-Galerie mehr als 54 Millionen DM.

Die Evangelische Akademie im westfälischen Iserlohn hat den zu einer Diskussion über bevölkerungspolitische Fragen eingeladenen Dr. Axel Dohrn wieder "ausgeladen". Nobelpreisträger Rudolf Mössbauer warf den deutschen Hochschulen "Cliquenwirtschaft" und "Geheimrafsallüren" vor. Carl Zuckmeyers Goldgräber-Stück wurde am Zürcher Schauspielhaus vom Publikum freundlich und von der Kritik distanziert aufgenommen. In Mozambique und in Paris wurden Fünflinge geboren.