1. Konstitution "de ecclesia" (Über die Kirche). Die Unfehlbarkeit des Papstes, verkündet beim Ersten Vatikanischen Konzil 1869/70, wird ergänzt durch die Kollegialität der Bischöfe, die künftig an seiner Autorität teilhaben. Paul VI. hofft, auch nichtkatholischeChristen würden diese Konstitution begrüßen.

Neu eingeführt wird das ständige Diakonat, für das auch verheiratete ältere Männer tätig sein dürfen.

2. Schema "de oecumenisco" (über die christliche Einheit). Inhalt: Anregungen für Kontakte mit den übrigen Christen (gemeinsame Gebete, Diskussionen, vielleicht auch gemeinsame Gottesdienste, Zusammenwirken im öffentlichen Leben). "Wir bitten demütig Gott und unsere von uns getrennten Brüder um Verzeihung, wie auch wir ihnen das Vergehen gegen uns vergeben."

3. Dokument "de ecclesiis orientalibus catholicus" (Beziehungen der katholischen Ostkirchen zu den Orthodoxen): Orthodox getraute Mischehen sind gültig.

4. Die Erklärung über das Judentum, die das jüdische Volk von der Schuld am Tode Christi freispricht, wurde mit 1657 gegen 99 Stimmen (bei 242 Vorbehalten) angenommen, muß aber noch in der nächsten Session ratifiziert werden.

Der Papst der koptischen Christen in Ägypten und Äthiopien, Kyrollos VI., will ein Gegenkonzil einberufen, das die Verdammung der Juden bestätigt.