Von Rudolf Walter Leonhardt

Wo 34 festangestellte Mitarbeiter aus fünf Ländern, und eine nicht genannte Zahl von Experten noch obendrein, zwölf Jahre lang gearbeitet haben; wo diese gewaltige Arbeit aufbauen konnte auf Pionierleistungen wie denen der Professoren Daniel Sanders und Eduard Muret und auf einer hundertjährigen Verlagstradition, begründet durch Professor Gustav Langenscheidt; wo auf fast 2000 Seiten mehr als 500 000 Übersetzungen gegeben werden für 180 000 Stichwörter (wir haben nicht nachgezählt, sehen aber wenig Anlaß, den Angaben des Verlags zu mißtrauen): da wird man von einer "philologischen Großtat" sprechen können.

So ist er denn auch von vielen, und durchaus mit Recht, genannt worden –

"Der neue Muret-Sanders – Langenscheidts Enzyklopädisches Wörterbuch", Englisch–Deutsch; Langenscheidts Verlagsbuchhandlung, Berlin-Schöneberg; 2 Bände, zusammen XXXVII + 1844 S., 130 DM.

Einem solchen Macht- und Prachtwerk gegenüber muß die Äußerung jedes einzelnen an Vermessenheit grenzen, solange sie sich nicht darauf beschränkt, mit dem Hute in der Hand Hymnen anzustimmen.

Natürlich wird es unter 500 000 Übersetzungsversuchen 15 geben, die nicht jeder Nachprüfung standhalten. Aber ich bitte Sie: 15 von 500 000!

Für den Versuch, der gewaltigen Leistung gerecht zu werden, habe ich mir sechs "Proben" ausgedacht – die Aktualitätenprobe, die Intimprobe, die Tabuprobe, die Arbeitsprobe, die Lustprobe und die Vergleichsprobe.