Von Johannes Jacobi

Generalintendant Karl Pschigode sagt, das Wort „Pschigode-Werke“ sei für die „Städtischen Bühnen Nürnberg-Fürth“, wie sie offiziell heißen, von einem Münchener Journalisten geprägt worden. Dieser meinte es anerkennend; Lästerzungen gebrauchen den Ausdruck mit einem süffisanten Beiklang.

Als „gutgehende Pschigode-Werke“ avancierten die Nürnberger Bühnen im Theaterplausch zum kulturellen Synonym für „Wirtschaftswunder“. Man stellt sich darunter entsetzlich viele Premieren vor. Eine jagt die andere. Fragt sich nur, wie sie aussehen.

Das wollte ich wissen. Wer weiß denn nördlich der Mainlinie Verläßliches über das Theaterspiel in Nürnberg? Die Stadt liegt gar nicht ungünstig im Verkehrsnetz. Ungefähr gleich weite Entfernung von München und Frankfurt am Main ermöglicht es besonders der Nürnberger Oper, Teilverträge mit Solisten abzuschließen, die sich vorteilhaft für das Nürnberger Opernniveau auswirken. Und die Schauspieler finden in beiden Nachbargroßstädten einträgliche Nebenbeschäftigungen bei Funk und Fernsehen.

Es war eine ganz beliebige November-Woche des Jahres 1964, als ich nach eigener Wahl die folgenden Vorstellungen in Nürnberg ansah:

Im Opernhaus

„Maskenball“ von Verdi