Die Bauten im Nachkriegs-Berlin sind Tatsachen, die sich nicht mehr aus der Welt schaffen lassen: drüben die anspruchsvolle Eintönigkeit der Aktivistenpaläste, hüben die Formexperimente von Architekten, die ihren Anschluß nicht in Moskau, sondern bei Gropius, Le Corbusier und Frank Lloyd Wright suchen. Auch wenn eines Tages die Sektorengrenzen fallen, werden die Zeichen, die das Doppelleben in das Gesicht der Stadt gegraben hat, die Zeit ihrer gespaltenen Existenz noch lange überdauern.

Sabina Lietzmann