Der Film ist zu einer Warengattung zusammengeschrumpft, deren Wesen darin besteht, immer wieder anzukündigen: „Jetzt kommt der große, brutale, süße und pikante, noch nicht dagewesene Großfilm“, ohne daß etwas kommt.

Alexander Klage

Diamanten-Lady

„Gold“ war bislang die höchste Kategorie, in der man auszeichnete, auch im Schallplattengeschäft. Eine Million verkaufte Single-Platten oder 125 000 LP brachten schon einer ganzen Reihe deutscher Schlagersänger und ihren Aufnahmen die „Goldene Schallplatte“ ein. Das alles stellte jetzt die Huebner-Hubschmid-Schönfelder-Schieske-Aufnahme von „My Fair Lady“ in den Schatten. Für 500 000 verkaufte Langspielplatten erhielt die Lady aus dem „Theater des Westens“ die „Diamantene Lady“, eine große goldene Medaille, die „in erhabener Prägung Eliza als Blumenmädchen zeigt“. In die Blumen des Hutes ist ein Diamant eingelassen. Mit den Sorgen um die nächste Stufe in der Edelmetallskala hat es allerdings noch etwas Zeit.

Abschub

Ein Brief des Auswärtigen Amtes kündigte dem Sozialamt des Deutschen Bundesstudentenringes an, daß man in Bonn gewillt ist, nunmehr „Maßnahmen gegen Studenten aus Entwicklungsländern“ zu treffen, die ihr Studium in einem Land des Ostblocks abgebrochen haben und in die Bundesrepublik kommen, um hier weiterzustudieren. Und zwar müßten künftig „hier eintreffende Zuwanderer ihren Botschaften zum Zwecke der Heimschaffung überstellt und, sofern dieser Weg nicht zum Erfolg führt, abgeschoben werden“. Gegen den Sinn dieser Regelung hat der Bundesstudentenring bereits protestiert – unter Hinweis auf den Umstand, daß in den letzten vier Jahren insgesamt nur 248 solcher „ostblockflüchtiger“ Studenten nach einer Eignungsprüfung an den westdeutschen Hochschulen aufgenommen wurden und somit keine Gefahr besteht, daß diese Studenten aus Afrika und Asien wesentlich zur Überfüllung der deutschen Universitäten beitragen. Nicht protestiert wurde bisher gegen die Sprache jenes Briefes („Maßnahmen gegen Studenten“, „überstellt“, „abgeschoben“), die uns sonderbar unangemessen erscheinen will. Was auch für und gegen solche Schritte sprechen mag, schließlich handelt es sich um keine Schädlingsbekämpfung.

Gut angelegt

Einer der größten Bargeldpreise, die auf der Welt an Musiker vergeben werden, wurde jetzt zwei jungen Geigern des dänischen Symphonieorchesters überreicht. Die 150 000 dänischen Kronen dieser Auszeichnung (rund 86 600 DM) entstammen den Tantiemen des vor mehr als vierzig Jahren von Jacob Gade komponierten Tangos „Jalousie“. Sage noch einer, die leichte Musik habe nicht ihre Verdienste!