Von Paul Laven

Die Häuser der Freude auf der Straße der Glückseligkeit in dem Städtchen Macao, der gleichnamigen winzigen portugiesischen „Provinz“ am Rande des roten China, waren hinter dem Besucher zurückgeblieben. Mit einer Rikscha, die ein Kuli auf dem Fahrrad zog, eilte er zum Central-Hotel. In einem geschlossenen Raum veranstaltet der Autumn-Klub dort regelmäßig Grillenkämpfe. In den Raum drang nur das feine Klappern von Elfenbeinplättchen. In einem Zimmer des Hotels wurde Ma-jong gespielt. Sonst herrschte erwartungsvolle Stille. Die Fenster waren geschlossen. Leong Chonghang, an den der Gast empfohlen worden war, erzählte flüsternd, was es mit diesen Kämpfen der kleinsten Gladiatoren auf sich hat.

Wenn die Tierchen gegeneinander kämpften, erlebten die innerlich leidenschaftlich anteilnehmenden Zuschauer eine Art Symbolik der Auseinandersetzung, die Menschen und Völker zu bestehen hätten, um sich zu erhalten, sich durchzusetzen.

Der alte Chinese prüfte den Gast aus den schrägen kurzen Strichen seiner Augen heraus. Er zeigte freundlich und abwesend grinsend immerfort seine langen gelben Zähne. Dann traf er weiter seine Vorbereitungen.

Mit verschlossenem, konzentriertem Gesicht zog er einen elfenbeinfarbenen kleinen Behälter unter dem Hemd hervor. Ihm entnahm er einige schmale Pinsel, die aussahen, als seien sie aus Mäuseschwanzhaaren zusammengezupft.

Die Chinesen, die den Raum füllten, sammelten sich eng um die Arena, eine kleine Holzschale von 30 zu 40 cm Durchmesser. Nur ihr erwartungsvolles Atmen war zu vernehmen.

Noch wurden die Grillen, die gegeneinander antreten sollten, in kleinen Röhrchen, die auf einem Tisch standen, zurückgehalten. Die sie umdrängenden Wettlustigen taxierten ihre Kampfstärke, vor allem Anlage und Größe der beiden Vorderzähne durch den gläsernen Verschluß.