Fernsehschirme und Wochenschauen haben vor einiger Zeit das ungläubige, mehr ängstliche als frohe Staunen des Spaniers gezeigt, der als millionster Gastarbeiter in der Bundesrepublik eintraf und auf dem Kölner Hauptbahnhof mit Geschenken überhäuft wurde. Er stand sichtlich vor einer unbewältigten Gegenwart. Auch die Einwohner Maltas, der kleinen Insel vor Siziliens Küsten, scheinen ebenso ungläubig und betroffen den Angeboten gegenüberzustehen, als Gastarbeiter in den Industrieländern Geld zu verdienen. Denn auf Malta konnte es geschehen, daß schwedische Anwerber nicht zum Ziele kamen, weil sie – zu hohe Gehälter boten.

Obwohl die maltesischen Behörden mit der Abwerbung einverstanden waren, weigerten sich besorgte Väter und Mütter, ihre Töchter als Hausgehilfinnen und Arbeiterinnen nach Schweden gehen zu lassen.

Diese verbürgte Geschichte gibt nicht nur einen Einblick in die Mentalität vieler Menschen in den Heimatländern der Gastarbeiter. Sie sollte uns Wohlstands-Europäer einen Augenblick zum Nachdenken mahnen – zur Besinnung darauf, daß wir einen Wohlstand erreicht haben und als selbstverständlich empfinden, der in der Welt, ja selbst in manchen Teilen Europas einfach nicht geglaubt wird. sim