Ein Jubiläum besonderer Art ist vorübergegangen, ohne daß die Öffentlichkeit davon Notiz genommen hätte. Unter dem Datum vom 14. Dezember 1964 hatte die Regierung dem Bundestag die „Einhundertste Verordnung des Deutschen Zolltarifs 1963“ übersandt. Dabei ging es um Einfuhrkontingente für getrocknete Feigen und Weintrauben, für Haselnüsse und Tabak aus der Türkei.

Die Zollbeamten werden die entsprechenden Blätter des Wälzers, zu dem der Zolltarif inzwischen geworden ist, mit einem Seufzer der Resignation austauschen. Denn sie wissen, daß noch eine Reihe weiterer Änderungsverordnungen unterwegs ist, die nicht etwa für 1965, sondern für das vergangene Jahr gelten. Hinzu kommt, daß sie sich nun nach dem Deutschen Zolltarif 1965 richten müssen.

Die Bestimmungen werden immer komplizierter und die Änderungen immer zahlreicher. Noch mehr als die Zollbeamten sehnen die Experten des Finanzministeriums den Tag herbei, an dem wenigstens für den Handel zwischen den EWG-Ländern alle Zollschranken fallen werden. Denn daß einmal alle Länder auf das handelspolitische Instrument der Zölle verzichten würden, ist noch ein utopisches Ziel. ehk.