821 000 Westberliner hoben zwischen dem 19. Dezember des allen und dem 3. Januar des neuen Jahres ihre Verwandten in Ostberlin besucht Die Vorbehalte der Vereinigten Staaten zu neuen Initiativen in der Deutschlandfrage wurden in Bonn mit Verwunderung registriert. Zwischen Washington und Bonn kam es zu Meinungsverschiedenheiten über den Bau einer amerikanischen Kunstfaserfabrik in der Zone. Paris bestritt die Hergabe langfristiger Kredite an die DDR. Das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ erschien zum erstenmal in neuer Aufmachung und mit Annoncen. Nach seinem ersten Konzert in der Bundesrepublik wurden dem Leipziger Gewandhaus-Orchester in Hannover stürmische Ovationen bereitet. Der sowjetische Botschafter in der Bundesrepublik, Andrej Smirnow, fuhr mit dem Moskau-Expreß in den Urlaub.

Die CDU ehrte ihren Vorsitzenden Konrad Adenauer zu dessen 89. Geburtstag mit einem Empfang in der Bonner Beelhoven-Halle. Ein Aufruf Martin Niemöllers zum Wahlboykott provozierte harte Entgegnungen von Politikern aller Richtungen. Bei einer Beliebtheitumfrage in der Bundesrepublik kamen Ludwig Erhard auf den ersten und Franz Josef Strauß auf den zehnten Platz. Mit Beginn des neuen Jahres wurden Kameras und Farbfilme erheblich verbilligt. Am 2. Januar trat das wesentlich verschärfe zweite Gesetz zur Sicherung des Straßenverkehrs in Kraft.

Zum erstenmal deutete Außenminister Dean Rusk die Möglichkeit eines Rückzuges der amerikanischen Truppen aus Südvietnam an. Indonesiens Staatspräsident Achmed Sukarno kündigte den Austritt seines Landes aus der UN und die Vernichtung des Staates Malaysia an. Als Staatspräsident Pakistans wurde mit großer Mehrheit Mohammed Ayub Khan wiedergewählt. Der chinesische Ministerpräsident Tschu En-lai wiederholte den Anspruch Pekings auf indische Gebiete in der Himalaja-Zone. in Indien wurden mehr als tausend pekingtreue Kommunisten verhaftet. Lyndon Johnson lud in seiner „State of the Union’-Botschaft die neuen Kreml-Chefs zu einem Besuch in den USA ein.

Das Büro für Fragen der MLF wurde im amerikanischen State Department geschlossen. Der amerikanische Präsident bat Botschafter George McGhee um eine Fortsetzung seiner Tätigkeit in der Bundeshauptstadt. Zum Nachfolger des französischen Botschafters in Bonn, Roland de Margerie, wurde dessen Vorgänger, NATO-Botschafter, François Seydoux Fornier de Clausonne, ernannt.

Der ehemalige NATO-Generalsekretär Dirk Stikker billigte in einer Rede in den USA Frankreich nur noch die Rolle eines „assoziierten“ NATO-Mitglieds zu. In Nigeria kam es nach umstrittenen Parlamentswahlen zu einer Staatskrise. Nigerianische Gast-Soldaten verletzten bei einem Wirtshausstreit, in Faßberg bei Celle zwei deutsche Bundeswehrangehörige.

Englands Fußballidol Stanley Matthews wurde von der englischen Königin in den Adelsstand erhoben. Bei einer Gallup-Umfrage wurde Jacqueline Kennedy als die „am meisten bewunderte Frau“ ermittelt, New Yorker Modeexperlen ernannten Königin Sirikit von Thailand zur herangezogenen Frau des Jahres 1964.

Im Alter von 70 Jahren starb der anglo-amerikanische Dichter T. S. Eliot. Moskau verweigerte die Zahlung der Tantiemen für die Übernahme des Musicals „My Fair Lady“. Als zehnmillionster Fernsehzuschauer wurde eine 72jährige Berlinerin mit einer Reise in die USA beschenkt.