Das anglo-französische Überschallflugzeug Concorde (auf deutsch „Eintracht“) soll nun wahrscheinlich doch gebaut werden. Nicht etwa, daß die Engländer sich hätten davon überzeugen lassen, es handele sich bei dem Flugzeug, das in weniger als drei Stunden von Paris nach New York fliegen soll, um ein vernünftiges Projekt. Sie entdeckten vielmehr, daß der Vertrag mit Frankreich keine Kündigungsklausel hat. Um einer Auseinandersetzung vor dem Internationalen Gerichtshof im Haag zu entgehen – und um sich nicht mit den eigenen Gewerkschaften anzulegen –, beißen sie also in den sauren Apfel.

Zumindest wollen die Briten jedoch einige Änderungen des Programms. Statt vier sollen nur zwei Prototypen gebaut werden; mit dem Bau der Montagewerkstätten soll erst begonnen werden, wenn die Flugerprobung abgeschlossen ist – kurz, die Engländer arbeiten auf Zeitgewinn. Sie möchten auch die Entwicklungskosten begrenzen, vielleicht auf rund vier Milliarden Mark. Wie sie allerdings mit dieser Summe auskommen wollen, ist vorläufig ihr Geheimnis. Die Eintracht scheint nur notdürftig geflickt.

„Wer heute den Start des Überschallverkehrs für 1974 voraussagt, ist ein Optimist“, charakterisierte ein führender Mann im Luftverkehr die Situation. Die Luftverkehrsgesellschaften jedenfalls wenden ihr Interesse erst einmal den geplanten Großflugzeugen zu, die 600 bis 700 Passagiere für billiges Geld über den Atlantik befördern sollen.

^hm