Politik

Trikolore neben Hammer und Zirkel

ras SED Zentralorgan „Neues Deutschland" ■■ veröffentlichte am vergangenen Sonnabend eir Pressephoto von der Unterzeichnung des neuen Handelsabkommens zwischen der DDR und Frankreich.

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DIE ZEIT

Lübkes Reden

Der Bundespräsident hat beim Neujahrsempfang am 6. Januar in der Villa Hammerschmidt scharfe und deutliche Kritik an der Außenpolitik der Bundesregierung geübt, vor allem an der Politik gegenüber Frankreich.

Ein Damm gegen China

China siegt, ohne zu kämpfen. Die Erfolge in Südostasien, die Peking jüngst für sich buchen konnte, waren – wie im Fall Indonesien – das Ergebnis geschickter Propaganda und wohlberechneter Machtdemonstration, oder es waren – wie im Fall Südvietnam – Siege aus zweiter Hand.

Zeitspiegel

Eine neue Runde im chinesisch-sowjetischen Streit kündigt sich an. Das albanische Parteiorgan „Zeri i Popullit“, früher schon Pekings Sprachrohr, attackierte jetzt die Sowjetführung: „Der verräterische Kurs Chruschtschows, an dem die gegenwärtige Sowjetführung hartnäckig festhält, haben das tiefe Mißfallen der Kommunisten und der Bevölkerung der Sowjetunion erregt.

Der Autofahrer und der Polizist

Der Polizeibeamte glaubte, ich sei unkorrekt gefahren („falsch eingebogen“, sagte er). Erhielt mich an und brachte mich aufs Revier.

Fairer Wahlkampf?

Das Wahlkampfabkommen ist eine feine Sache: auf Bütten gedruckt und in grünes Saffianleder gebunden. Bei Sekt und Orangensaft setzten Hermann Josef Dufhues, Willy Brandt, Erich Mende und Franz Josef Strauß ihre Unterschrift darunter und stellten sich dann den Photographen, freundlich lächelnd und in seltener Harmonie.

Die List der Gaullisten

Die Volksfront in Paris“ verkündeten in der vergangenen Woche einige französische Zeitungen in Schlagzeilen, die geeignet waren, den Lesern das Gruseln zu lehren.

Der General blickt, nach Osten

Der ungarische und der rumänische Außenminister gaben sich in diesen Tagen in Paris die Tür in die Hand. Beide mit fast denselben Abschieds- und Begrüßungsworten: „Stärkung unserer kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen Erwiderung des Interesses, das General de Gaulle den sozialistischen Staaten Osteuropas entgegenbringt.

Schröder ist isoliert

Seit einigen Wochen wurde in Bonn hinter geschlossenem Vorhang eine neue Szenerie aufgebaut. Das Stück, das in ihr aufgeführt werden soll, wird in Rambouillet gespielt.

Nationalistische Kumpanei

Franz Josef Strauß scheint sich über die Weihnachtsfeiertage mit dem amerikanischen Geschichts- und Geschichtenschreiber Hoggan befaßt zu haben.

Erst Europa vereinigen

Mag auch nach Chruschtschows Sturz die chinesisch-sowjetische Auseinandersetzung vorläufig gedämpft worden sein, so hat sie doch zu einer tiefgreifenden Umformung der kommunistischen Welt beigetragen.

Satellit am Nil?

Er war immer ein talentierter politischer Seiltänzer, ein Mann, der mit erstaunlichem Gleichgewichtssinn Ost und West gegeneinander ausbalancierte und Freunde wie Gegner mit seinen kühnen Kapriolen in Atem hielt.

„Abkommen – nein, Kultur – ja“

J. H. Mattner, der sich mit Geschick und Geduld so etwas wie ein Monopol auf dem Gebiet des künstlerischen Ost-West-Handels schuf, hatte nach dem Krieg zuerst mit den Amerikanern zu tun, bevor er an die Russen geriet.

Mehrheitswahl – eine Hoffnung

Von der Erkenntnis hingerissen, die Weimarer Republik sei an dem Proporz zugrundegegangen, pflanzte Dolf Sternberger 1946 die aus den angelsächsischen Reichen übernommene „Mehrheits- und Personenwahl“ als Kardinalprinzip künftiger besserer deutscher Demokratie auf den Trümmern der alten auf.

„Tollgewordenes Christentum“

Die große und von Jahr zu Jahr anschwellende Karl-Marx-Literatur ist 1956 um das gewichtige Werk des französischen Jesuitenpaters Jean-Yves Calvez „La Pensée de Karl Marx“ bereichert worden.

Währungspolitik in der Krise

Zwei Jahre nach dem Tode von Hans Luther erscheint, von Dr. W. J. Heibich sorgfältig redigiert, gleichsam als zweiter Band der Lebenserinnerungen des „Politikers ohne Partei“ (so der Titel seines ersten, 1960 erschienenen Memoirenbandes) ein Buch, das sich vornehmlich mit den währungspolitischen Problemen des Young-Planes, der deutschen Zahlungsbilanz, sowie der Weltwirtschaftskrise im Stadium der Kanzlerschaft Brünings und Papens beschäftigt.

De Gaulle: Die Völker der Länder Preußen und Sachsen

25. März 1959: „Wir werden nicht zulassen, daß Westberlin dem System von Pankow ausgeliefert wird, überdies sind wir nicht bereit, dieses System als einen souveränen und unabhängigen Staat anzuerkennen, da er nur kraft der sowjetischen Okkupation und dank einer unerbittlichen Diktatur entstanden ist und besteht.

Pensionär des Kreml

Der US-Journalist Henry Shapiro, ein alter Rußland-Fachmann, brachte die erste verläßliche Kunde vom Schicksal Nikita Chruschtschows.

Erhard: Mit allen auf einer Bank

Aus der Regierungserklärung am 19. Oktober 1963: „Man sagt uns, die Teilung unseres Landes sei eine ,Realität’, die hingenommen werden müsse.

Die Türkei geht eigene Wege

Die Desintegration der Bündnisse, eine Folge des atomaren Gleichgewichts der Großmächte, hat seit einem halben Jahr auch auf den Nahen und Mittleren Osten übergegriffen.

USA:: Große Gesellschaft

Präsident Johnson hat vorige Woche mit einer Sonderbotschaft an den US-Kongreß den ersten Schritt zur „großen Gesellschaft“ getan, einen Idealzustand „wo Freiheit von Mangel an materiellen Gütern ‚dazu helfen kann, die Bedürfnisse des Geistes besser zu befriedigen“.

Von ZEIT zu ZEIT

Bundestagspräsident Gerstenmaier und die CDU und SPD verworfen wagen alliierter Bedenken einen Antrag der FDP für eine Plenarsitzung des Bundestags in Berlin.

Namen der Woche

Alain Peyrefitte, französischer Informationsminister, sprach im Kreml 45 Minuten lang mit Ministerpräsident Kossygin. Angeblich war er nur nach Moskau gekommen, um einen Austausch von Filmen und Fernsehsendungen in die Wege zu leiten und für das französische Farbfernsehverfahren zu werben.

Wer auf die Fahne schwört

Bundespräsident Heinrich Lübke, Veteran des Ersten und Zweiten Weltkrieges, hat der Bundeswehr die lang entbehrten Truppenfahnen beschert.

Zensur als Maßstab

In den Jahren zwischen 1920 und 1933 konnte die Zulassung eines Films versagt werden bei „Gefährdung der Sicherheit und Ordnung, bei Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens, bei verrohender, entsittlichender, das deutsche Ansehen oder die Beziehungen zum Ausland gefährdender Wirkung“.

Besuch beim Urwalddoktor

Nehmt nur, nehmt nur, die sind gut, das sind selbstgemachte! fordert er uns auf und schiebt die Dose mit den dürren ältlichen Keksen über den Tisch.

Kleiner Kunstkalender

Die 150 Zeichnungen, die erst in Brüssel ausgestellt waren und bis zum 7. Februar in Amsterdam bleiben (im Herbst 1965 werden sie als Wanderausstellung durch die USA reisen), stammen aus dem Berliner Kupferstichkabinett.

Eine New Yorker Theatergesellschaft

Anläßlich des Schillertheater-Gastspiels in New York mit dem „Don Carlos“ und dem „Hauptmann von Köpenick“ flattern mir, sicher auch Dir, lieber Gert, immer wieder Zeitungsausschnitte ins Haus, in denen es heißt: „In die Kosten des Gastspiels teilten sich das Auswärtige Amt, der Senat von Berlin und eine New Yorker Theatergesellschaft.

Zeitmosaik

Spielfilmprämien sind wieder einmal verteilt worden: Je 200 000 DM an „Der Besuch“, „Der Hexer“ und „Verspätung in Marienborn“.

Brief aus Krähwinkel

Du solltest Dir den Pferdeschwanz nicht abschneiden lassen, sage ich Dir. Er ist so lang und schön und schwer und kupferbraun, daß mir zweierlei dafür vorschwebt.

Das Schicksal der Zigeuner

Es scheint, als hätten weite Kreise bei uns überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch sehr erfolgreich verdrängt, daß das nationalsozialistische Deutschland auch die Zigeuner einer „Endlösung“ unterwarf, die mit Sterilisation begann und schließlich in die Konzentrationslager und Gaskammern führte.

Hüben und drüben: Eros, Sexus, Religio

Ja, die Evangelen sind halt arg modern sagte mit spitzer Zunge meine katholische Freundin, als sie hörte, das „Eckart-Jahrbuch 1964/1965“ (Eckart-Verlag, Witten/Berlin; 332 Seiten, 24 DM) sei dem Thema „Eros, Sexus, Religio“ gewidmet.

Zu empfehlen

ES GEFÄLLT, weil Sedlmayr einer der wenigen am Gespräch um die moderne Kunst Beteiligten ist, der wirkliche Kriterien und schlüssige Argumente zur Hand hat.

Die Entstehung Guernicas

Man vermutet hinter dem Titel „Picassos Guernica“ den Versuch einer Deutung, die nicht einmal so überflüssig wäre, wie diejenigen meinen, die das wahrscheinlich berühmteste Gemälde des zwanzigsten Jahrhunderts genau zu kennen und zu verstehen glauben.

Theater

Zwei Uraufführungen stimmen nachdenklich. Beide Stücke sind künstlerisch unbedeutend. Trotzdem fand jedes eine Bühne, und das zweite wurde von keinem Geringeren als Heinz Hilpert inszeniert.

Fernsehen: Panorama in Amerika

Der Kandidat, ein amerikanischer Film, gab Gelegenheit, Eugen Kogons zu gedenken. Mit Selbstkritik und Verve, Eleganz und Ironie wurden die Machenschaften der Präsidentschaftswahlen analysiert, die finsteren show-Geschäfte entlarvt, der sinistre Massenrummel demaskiert.

Die Kommenden

Was wollen Sie mit Ihrer Arbeit bewirken? Wie wollen Sie diese Wirkung erzielen? Mit welchen Widerständen rechnen Sie? Welche Fehler glauben Sie vermeiden zu müssen? Diese Fragen hatten Rundfunkmänner in München, Freiburg, Detmold, Hamburg, Köln, Ost- und Westberlin den dort studierenden Kompositionsschülern gestellt, „jungen Künstlern im Aufbruch zu sich selbst und zu ihrem Werk“, wie man sie titulierte.

Die Währung von morgen

Spätestens bei der Weltbanktagung in Tokio war zu erkennen, was nun die Krisen um das Pfund und den Dollar ganz deutlich gemacht haben: die internationale Währungsordnung ist in Unordnung geraten.

Alter Zopf

Die Binnenschiffahrt, der Güterfern- und der Güternahverkehr haben dem Bundesverkehrsministerium eine Stellungnahme zu dem Bericht, der Bundesbahn über ihre wirtschaftliche Lage zugeleitet.

Verheißungen

Die Absicht ist zu loben. Währungsstabilität ist notwendig und des Schweißes der Edeln wert. Doch sollte gerade eine Partei, die neben der Währungsstabilität auch Vollbeschäftigung und stetiges Wirtschaftswachstum in so prononcierter Weise auf ihre Fahnen geschrieben hat – und auch sonst nicht gerade sparsam in Versprechungen nach allen möglichen Seiten ist –, nicht so tun, als ob sie hier im Besitz einer neuen Wunderwaffe sei.

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