Das Ergebnis der Wahl der Sportler des Jahres 1964 ist unbefriedigend. Sicher wird niemand Einwände gegen den Einzelsieger Holdorf haben, der ja auch mit größter Mehrheit gewählt wurde. Aber bereits beim zweiten, dem Schwimmer Klein, wird es problematisch. Es erweist sich, daß viele der Wahlmänner, organisierte Sportjournalisten, einfach die Medaillen, abzählen und danach sich entscheiden. Joachim Klein aus Darmstadt hat sich ohne fremde Mithilfe eine Bronzemedaille erschwommen. Die drei Silbermedaillen, die er außerdem in Tokios herrlichem Schwimmstadion, in dem nun Eisläufer ihre Bogen fahren, überreicht bekam, erschwamm er sich in Staffeln, von denen es beim Schwimmen bei der Olympiade, wie sich herausstellte, gar zu viele gibt. Davon profitierte auch Don Schollander, der 18jährige sympathische Oberschüler aus Oregon, der in Baden-Baden bei der Verleihung als Gast anwesend war und der zum besten Sportler der Welt für 1964 gekürt wurde.

Daß Klein vor Schnelldorfer rangierte, dem Olympiasieger im Eiskunstlauf, ist kaum zu vertreten. Beim Eiskunstlauf gibt es nun mal keine Staffeln.

Auch bei den Frauen ist das Resultat irregulär. Die Sportlerin des Jahres 1964 konnte nur Ingrid Engel-Krämer heißen, die sich nach Rom in Tokio die dritte Goldmedaille und dazu noch eine silberne holte. Nichts gegen die beiden stabilen westdeutschen Kajakdamen, die in Japan den Zweier gewannen. Aber sie konnten niemals vor der Dresdener Springerin rangieren, die überhaupt die erfolgreichste Sportlerin ist, die es in Deutschland je gegeben hat.

Solche. Pannen dürfen nicht passieren, wenn die ganze Wahl der Sportler des Jahres nicht zur Farce werden soll. A. M.