Die Sozialdemokraten haben nun auch den wirtschaftspolitischen Teil ihres Regierungsprogramms veröffentlicht. Vornean steht der Vorsatz, die Währung stabil zu halten.

Die Absicht ist zu loben. Währungsstabilität ist notwendig und des Schweißes der Edeln wert. Doch sollte gerade eine Partei, die neben der Währungsstabilität auch Vollbeschäftigung und stetiges Wirtschaftswachstum in so prononcierter Weise auf ihre Fahnen geschrieben hat – und auch sonst nicht gerade sparsam in Versprechungen nach allen möglichen Seiten ist –, nicht so tun, als ob sie hier im Besitz einer neuen Wunderwaffe sei.

Nicht nur nach den bisherigen Erfahrungen, die auf diesem Felde in der Nachkriegszeit gemacht worden sind, sondern auch nach dem Stand der wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse gehört ein gleichbleibendes Preisniveau – unter den Bedingungen der Vollbeschäftigung und unter den Auspizien der Integration nationaler Märkte – vorläufig noch zu den Wunschzielen, die nur in Annäherungsgraden erreichbar sind. Im internationalen Vergleich schneidet die Bundesrepublik dabei auch noch nicht einmal so ganz schlecht ab. Das bedeutet nicht, daß eine SPD-Regierung es nicht besser machen könnte. Aber in das gelobte Land der Preisstabilität wird auch sie uns nicht führen.

Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. kr