Von Ernst u. v. Weizsäcker

Ein Astronom sagt uns, wie wir auf lange Sicht unser Geld anlegen sollen: in Grundbesitz und in der Vergnügungsindustrie. Das ist eine der solidesten Ideen aus dem gedankensprühenden neuen Buch von

Fred Hoyle: ”Of Men and Galaxies’’; University of Washington Press, Seattle 1964, 74 S., 2.95 $.

In drei Vorlesungen zeigt er uns, daß wir noch nicht recht unsere Abhängigkeit vom Universum begriffen haben.

Suchen wir einmal den roten Faden des dritten Kollegs: Daß wir uns ständig mit den Russen streiten, liegt nur daran, daß das Schema Kommunismus–Antikommunismus leichter zu begreifen ist, als das komplexere, aber reellere Problem der unterentwickelten Länder. Noch nie hat die Menschheit sich für die großen zukünftigen Ereignisse und Situationen verantwortlich gefühlt, weil sie nämlich immer zu mühsam zu durchschauen sind. Auch die Wissenschaftler können uns hier nicht helfen. Sie nämlich sitzen nicht am Steuer.

Nach einem l0seitigen Exkurs darüber, daß intelligente Wesen sich nur auf Kohle oder Erdölbasis hochzivilisieren können, kommt der Vorschlag, wir sollten uns für die Lösung unserer enormen Schwierigkeiten an das interstellare Fernsehnetz anschließen; die an ihm beteiligten Planeten hätten unsere Probleme auch gehabt und würden uns gewiß den guten Rat nicht versagen. In diesem Sinne schließt das Buch mit einer Abwandlung des 121. Psalms: „Ich hebe meine Augen auf zu dem Himmel, von welchem mir Hilfe kommt.“ Da wird dem Leser warm uns Herz.

Zuvor wurde festgestellt, daß von den 10 20 Planeten des Universums unermeßlich viele von intelligenten Lebewesen bewohnt sind, solchen mit Augen, Köpfen, Händen, sozialem Kontakt, nicht sehr verschieden von uns. Raumfahrt zu ihnen ist sicher sinnlos (sonst wären sie längst hier), aber Radiokontakt verspricht Erfolg, denn eine Nachricht geht mit Lichtgeschwindigkeit und nimmt womöglich nur wenige Jahrhunderte in Anspruch. Zuerst würden wir einfach ausstrahlen „Boys, we are here!“