Bundestagspräsident Gerstenmaier und die CDU und SPD verworfen wagen alliierter Bedenken einen Antrag der FDP für eine Plenarsitzung des Bundestags in Berlin. Die vier großen Parteien unterzeichneten ein Abkommen über Aufwandsbegrenzung undFairneß im nächsten Wahlkampf. Das SPD-Schattenkabinett legte sein Regierungsprogramm vor. Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß verabredete sich mit seinem journalistischen „Kontrahenten“ Reinhard Appel zu einem Versöhnungsmahl. Die Bundesanwaltschaft prüft zur Zeit den Artikel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über Atomminen an der Zonengrenze. In politischen und publizistischen Kreisen der Bundesrepublik erregte das wegen einer geschmacklosen Montage eines Schah-Fotos in Gang gebrachte Verfahren gegen eine Kölner Tageszeitung beträchtliches Aufsehen. In Köln schlossert sich in Europa lebende Perserinnen zu einer Organisation zur Verteidigung der Frauenrechte in ihrem Heimatland zusammen. Ein hoher Funktionär des ägyptischen Geheimdienstes bat in Persien um politisches Asyl.

Charles de Gaulle lud Ludwig Erhard zu Privatgesprächen nach Schloß Rambouillet ein. Frankreichs Bonner Botschafter Roland de Margerie verabschiedete sich in Westberlin. Zwischen Paris und Ostberlin wurde für 1965 ein Handelsabkommen mit einem um 80 Prozent gesteigerten Volumen unterzeichnet. Frankreich und Albanien erhoben ihre diplomatischen Vertretungen in den Rang von Botschaften. Die Bank von Frankreich lauschte überraschend grobe Dollarbeträge in Goldbestände um.

An der amerikanischen Atlantik- und Golf-Küste wurde ein Streik der Hafenarbeiter ausgerufen, Noch einem Burgfrieden zwischen Militärs und Politikern in Saigon wurde die US-Hilfe für Südvietnam wieder fortgesetzt. Südkorea stellte der südvietnamesischen Armee 2000 Soldaten zur Verfügung. Nationalchina entging dem Ausschluß aus der UN durch Zahlung seiner rückständigen Beiträge. Achmed Sukarnos Austritt aus der UN wurde von den Chinesen gefeiert und von den Sowjets mißbilligt. Großbritannien konzentrierte 50 000 Soldaten in Südostasien.

Für fast 250 000 DM wurden Truppenfahnen der Bundeswehr in Auftrag gegeben. Ein westfälischer Panzergrenadier brach kurz vor Beendigung eines Waldlaufs in Lüneburg tot zusammen. 44 Südtiroler, zehn Österreicher und fünf Deutsche sollen in einem neuen Massenprozeß vor ein Italienisches Gericht gestellt werden. Die Ruhe auf Zypern wurde zum erstenmal seit Monaten durch Bombenanschläge in Nikosia unterbrochen.

Das luxemburgische Außenministerium warf dem Frankenthaler Oberstaatsanwalt Leonard Dreier, die Mitwirkung an Standgerichten vor. Die Hamburger „Panorama“-Sendung will auf härteren Kurs gehen. Der NDR startete ein Drittes (Bildungs-)Fernsehprogramm.

Zum erstenmal seit der Währungsreform ist im vergangenen Wirtschaftsjahr der Fleischverbrauch zurückgegangen. Jeder vierte Amerikaner gab in den teilten zwei Jahren das Rauchen auf. In der Wüste Zentralaustraliens wurde ein bisher unbekannter Stamm von „Steinzeit-Menschen“ entdeckt. Am Rande der Sahara fiel der erste Schnee.

Das tagelang von der Polizei gesuchte siebenjährige Frankfurter Mädchen wurde im Keller der elterlichen Wohnung erwürgt aufgefunden. In Dortmund verteidigte ein 13jähriger Junge seine Mutter durch einen tödlichen Schuß auf seinen trunksüchtigen Vater. Eine Meinungsumfrage ergab bei 62 Prozent der Männer die Bereitschaft zum Kinderwagenschieben.