Älteste Landschaftsmalerei

In der Türkei entdeckte der britische Archäologe James Mellaart die älteste bisher bekannte Landschaftsmalerei. Sie ist über 8000 Jahre alt.

Mellaart machte diesen Fund bei seinen Grabungsarbeiten am Chatal Hüyük, einem Doppelhügel in der Hochebene von Konya, 300 Kilometer südlich der türkischen Hauptstadt Ankara. Dieser Doppelhügel birgt mehr als zwölf Kulturschichten aus der Zeit zwischen 6000 und 7000 vor Christus. In ihnen dokumentiert sich die älteste Stadt der Erde, die von den Archäologen bisher aufgespürt werden konnte. Besonders bemerkenswert unter den zahlreichen guterhaltenen Zeugnissen der Steinzeitkultur, die Mellaart aus dem Chatal Hüyük zutage förderte, sind die ältesten Freskomalereien und die ältesten Textilien.

Die kürzlich aufgefundene drei Meter lange Landschaftsmalerei, die Mellaart in der neuesten Ausgabe der Archäologie-Zeitschrift „Anatolian Studies“ vorstellt, zeigt Rechtecke verschiedener Größe – Häuser der Steinzeitstadt – und darüber den Doppelkegel eines Berges – eines Vulkans in Tätigkeit, wie Punkte und Striche über und neben den Bergspitzen erkennen lassen.

Es handelt sich, so glaubt Mellaart, um den über 3000 Meter hohen, vom Chatal Hüyük aus sichtbaren Vulkan Hasan Dag, der für die Bewohner der Steinzeitstadt große Bedeutung hatte: Er lieferte Obsidian, ein schwarzes vulkanisches Glas, das zu Steinwerkzeugen, Schmuck und Spiegeln verarbeitet wurde. Dem Handel mit Obsidian verdankte die Stadt laut Mellaart ihren Reichtum.

Medizin gegen Pocken

Nicht geimpfte Personen, die nachweislich mit Pockenkranken in Berührung gekommen waren, konnten durch ein Medikament vor dem Ausbruch der Pocken geschützt werden.