Ich glaube nicht an die Naivität als Naturschutzpark. Theodor W. Adorno

Spielfilm- und Drehbuchprämien

Spielfilmprämien sind wieder einmal verteilt worden: Je 200 000 DM an „Der Besuch“, „Der Hexer“ und „Verspätung in Marienborn“. Darüber zu streiten, ist müßig, gegen das Argument, es sei halt nichts Besseres dagewesen, ist nichts zu machen. Interessanter ist die Liste der Drehbuchprämien, sie sieht nicht so jämmerlich wie in den letzten Jahren aus. Je 200 000 DM erhielten die Bücher: „Fahnenflucht ins Paradies“ von Werner P. Zibasco, „General Frederik“ von Rainer Erler, „Die Grenze“ von Karl Hamrun, „Abschied von Gestern“ von Alexander Kluge, „Schonzeit für Füchse“ von Günter Seuren (nach seinem Roman „Das Gatter“), „Der Schüler Törleß“ von Volker Schloendorff nach Musil, „Wenn Katelbach kommt“ von Roman Polanski, Gerard Brach und Detten Schleiermacher und „Der Zahltag“ von Wolfgang Menge, der bisher mit Jürgen Roland kooperierte. Das Geld darf ausschließlich zur Verfilmung verwandt werden. Es kommen also sieben Filme, von denen einige interessant werden könnten. Da Polanski dabei ist, wird ja vielleicht auch ein guter dazwischen sein.

„Mein Kampf“ im Exil

Das bayerische Finanzministerium hat im „Mexikanischen Staatsanzeiger“ darauf hingewiesen, daß jeder vom Ministerium nicht genehmigte Neudruck von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ gerichtlich verfolgt werden wird. Aktueller Anlaß zu dieser Drohung: Ein Verlag in Mexiko plant eine Neuauflage, der bayerische Staat jedoch hat die Rechte an diesem seit 1945 nicht mehr aufgelegten Werk.

Journalistenschule

Die Deutsche Journalistenschule in München wird Anfang September 1965 den vierten Lehrgang zur journalistischen Ausbildung begabter junger Leute beginnen. Ein Jahr lang wird einer Anzahl von Nachwuchsjournalisten Gelegenheit gegeben, sich unter der Leitung von Presse- und Rundfunkredakteuren Kenntnisse und praktische Erfahrungen anzueignen. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt durch einen Wettbewerb. Bewerben kann sich jedermann im Alter von 19 bis 25 Jahren (mit ständigem Wohnsitz in der Bundesrepublik einschließlich Westberlin). Die Vorlage von Zeugnissen ist nicht erforderlich, Abitur ist jedoch sehr erwünscht. Für die Dauer der Ausbildung, die kostenlos ist, kann Kursteilnehmern, die in nachweislich schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, eine Unterhaltsbeihilfe gezahlt werden. Von jedem Bewerber ist eine Talent- und Wissensprobe abzulegen. Alle, die sich daran beteiligen wollen, können an das Sekretariat der Deutschen Journalistenschule (München 2, Altheimer Eck 3), einen kurzen Bewerbungsbrief ohne weitere Unterlagenschicken. Letzter Einsendetermin: 1. Februar 1965.