Von Hermann Funke

Die englischen Schulen in der Bundesrepublik müssen neuerdings vom Schatzminister Ihrer Majestät bezahlt werden, nicht mehr vom deutschen Steuerzahler. Seit es ihr eigenes Geld kostet, haben die Engländer verständlicherweise keine Lust mehr, ihr Schulbauprogramm den Wildwestmethoden auf dem deutschen Baumarkt anzuvertrauen.

Sie erinnerten sich ihres heimischen C.L.A.S.P. (Consortium of Local Authorities’ Special Programme), eines Systems vorfabrizierter Einzelteile, mit denen in Großbritannien seit etwa acht Jahren vor allem Schulen – dafür wurde es entwickelt – aber auch Büros, Büchereien, Klubhäuser, Labors und viele andere Gebäude errichtet werden.

Der Architekt, der nach C. L. A. S. P. entwirft, muß ein bestimmtes Grundraster und bestimmte Abstufungen in den Höhen einhalten, aber in der Raumaufteilung und der Gestaltung der Außenfronten ist er frei. Das tragende Gerüst besteht aus einer leichten Stahlkonstruktion und wird mit verschiedenen Materialien ausgefacht und verkleidet.

Das C. L. A. S. P.-System hat die Vorteile, daß es dem Architekten die Freiheit des Entwurfs läßt, daß die Baukosten vor Baubeginn sehr genau feststehen und daß der Bauvorgang schnell ist. Die Baukosten entsprechen denen der konventionellen Bauweise, können aber bei einer höheren Auflage niedriger werden.

Anfang 1961 wurden die Architekten Groth und Lehmann – bekannt vor allem durch ihr Restaurant „Buschmühle“ auf der Dortmunder Gartenbauausstellung 1960 – beauftragt, C. L. A.S.P. auf metrische Maße, deutsche Materialien, Industrienormen und Baubestimmungen umzuarbeiten. Auftraggeber war die Brockhouse Steel Structures Ltd., die das C. L. A. S. P.-System in England betreut und nach der es in Deutschland Brockhouse-System heißt. Diese Umentwicklnng, zu deren Zweck die Architekten ein Zweigbüro in London aufschlugen, dauerte fast zwei Jahre.

Der erste größere Bau, der in Deutschland nach dem Brockhouse-System gebaut wurde, ist die