Über die Schwierigkeit, ein Bild zu veröffentlichen

Der Architekt hatte uns gebeten, die Veröffentlichung des Photos doch erst genehmigen zu lassen. Es hätte da schon einmal Ärger gegeben...

Immer begierig, andern Leuten Ärger zu ersparen, versprachen wir, eine Genehmigung einzuholen. Aber wer genehmigt, was bislang ja noch nicht verboten ist: die Abbildung eines öffentlichen Gebäudes?

Die „Bauaufsicht führende Behörde“, wurde uns gesagt. Der Baurat E. von der Dortmunder Behörde ließ uns wissen: Nein, er könne das nicht, da müßten wir uns an die vorgesetzte Behörde wenden.

Das ist die Landesvermögens- und Bauabteilung bei der Oberfinanzdirektion in Münster. Dort fand Oberregierungsrat Dr. W. zwar, daß gegen eine Veröffentlichung des Bildes der Dortmunder Schule nichts einzuwenden sei; aber eine Genehmigung könne nur die Presseabteilung beim Präsidialamt der Oberfinanzdirektion erteilen. „Können Sie uns bitte die Nummer geben?“

Während Dr. W. in seinem Telephon-Verzeichnisblättert, kann unser Architektur-Kritiker nicht umhin, mit sanfter Ungeduld schüchtern anzumerken: Das geht hier aber genau zu. Als ich vor kurzem in Ostberlin war (für eine unserer neuen Architekturkritiken), machte es gar keine Schwierigkeiten, Bilder, und natürlich auch die Erlaubnis zur Veröffentlichung, zu bekommen.

Das hätte er nicht sagen sollen. Jetzt bekam er statt der Telephonnummer nur noch den frostigen Rat: Dann gehen Sie doch zurück nach Ostberlin.