Fritz Erler hält es für selbstverständlich, daß bei deutsch-polnischen Verhandlungen „um jeden Quadratmeter deutschen Bodens nach den Grenzen von 1937 gerungen werden muß“. Um den Grenzverlauf haben sich schon vor zwanzig Jahren auf den Konferenzen von Jalta (4.–11. 2. 1945) und Potsdam (17. 7. bis 2. 8. 1945) Engländer und Amerikaner mit den Sowjets gestritten.

Aus den Protokollen von Jalta:

Molotow: Die Westgrenze Polens soll von der Stadt Stettin (polnisch) aus weiter nach Süden längs der Oder und noch weiter längs der westlichen Neiße gezogen werden.“

Churchill: „Es wäre schade darum, die polnische Gans mit deutschem Futter so voll zu stopfen, daß sie Magenschmerzen bekommt. Ich bin einverstanden, daß Polen Kompensationen im Westen bis zur Oder-Linie erhalten soll, falls die Polen dies wünschen. Aber ich glaube nicht, daß das Kriegskabinett die westliche Neiße-Linie akzeptieren würde.“

Aus den Protokollen von Potsdam:

Britisches Memorandum: „Die britische Regierung schlägt vor, die polnisch-deutsche Regierung wie folgt festzulegen: die Freie Stadt Danzig, Ostpreußen südlich und westlich von Königsberg, Oppeln, Deutsch-Oberschlesien und der größere Teil von Hinterpommern...“

US-Memorandum: „... empfehlen, daß Deutschland, Oberschlesien, Ostpreußen und den Teil Pommerns östlich der Linie Kreuz-Dramburg abtreten sollte, aber das übrige Gebiet östlich der Oder und zwischen Oder und Neiße deutsch bleibt.“