FÜR Leute, die keine Pauschalurteile über moderne Plastik mögen, aber sich orientieren wollen –

Ulrich Gertz: „Plastik der Gegenwart“, Zweite Folge; Rembrandt Verlag, Berlin; 264 S. mit 244 Abb., 39,80 DM.

ES ENTHÄLT Arbeiten von 154 Bildhauern aus den Jahren 1955 bis 1964, die zusammen eine durchaus richtige Vorstellung von den Spielarten, den divergierenden Kräften, den Schwerpunkten der heutigen Plastik vermitteln; dazu in einem biographischen Anhang, alphabetisch geordnet, die Daten der Künstler.

ES GEFÄLLT, weil der Autor sich nicht zum Fürsprecher einer Richtung macht, weil er statt einer Ideologie sachliche Kriterien bietet und sich mit handfesten, nachprüfbaren Problemen – der Technik, des Materials, des Standorts – beschäftigt. Gertz kann auf weitschweifige Erörterungen der Geschichte und Vorgeschichte moderner Plastik um so eher verzichten, als er das alles bereits in seinem Plastik-Band aus dem Jahre 1953 abgehandelt hat. Der Vorteil dieser „zweiten Folge“: Man kommt sofort in medias res, in die Gegenwart. Auswahl und Qualität der Abbildungen sind vorzüglich. Durch ihre Anordnung in thematisch oder formal vergleichbaren Reihen ergeben sich häufig überraschende Zusammenhänge zwischen Künstlern verschiedener Länder und Schulen. Ein weiterer Vorzug: Man findet neben den Arrivierten und den documenta-Künstlern viele unbekannte Bildhauer der jungen Generation. G. S.