Die Zeiten sind vorbei, in denen sich der Berlin-Reisende einer strengen Gepäckkontrolle unterziehen mußte. Die Kontrollen sind wesentlich vereinfacht worden. Nur selten muß im Transitverkehr noch ein Koffer geöffnet werden. Und nach wie vor gibt es die drei Möglichkeiten, von der Bundesrepublik nach Westberlin zu kommen: mit dem Flugzeug, mit der Eisenbahn, mit dem Auto.

Wer fliegt, der braucht das folgende gar nicht zu lesen. Für ihn ist die Reise nicht anders, als wenn er von München nach Hamburg will. Wer mit der Eisenbahn fährt, hat auch nur wenige Regeln zu beachten (die auch für Autofahrer gelten):

Sie müssen einen Personalausweis oder einen Reisepaß (es darf jedoch kein Westberliner Paß sein) bei sich haben;

Sie dürfen keine politischen Bücher oder Druckschriften mitführen. Auch Zeitungen und Zeitschriften können noch immer beschlagnahmt werden, obwohl die mitteldeutschen Grenzbeamten an den Transitübergängen (im Gegensatz zu den Beamten an den Übergängen nach Ostberlin) viel großzügiger geworden sind;

Sie dürfen keine Waffen mitführen, auch dann nicht, wenn es nur harmlose Gas- oder Schreckschußpistolen sind;

Sie dürfen auf jeden Fall kein Ostgeld bei sich haben.

Andererseits: Sie brauchen keine Angst mehr zu haben. Solche Reisen sind kein Wagnis mehr – es sei denn, Sie hätten in irgendeiner Form gegen die Gesetze der DDR verstoßen. Sogar sogenannte „Republikflüchtige“ können heute ungehindert durch mitteldeutsches Gebiet reisen, soweit sie vor dem 13. August 1961 in den Westen gekommen sind. Das garantiert seit dem 21. August 1964 ein „Erlaß des Staatsrats der DDR“ (Amnestie).