denken sie, sonst würde es Konrad Adenauer nicht betreiben. Etwas Exklusives, wie Golf Und drum kann man Boccia auch schon in vornehmen Gärten entdecken.

Aber es ist ein Volkssport, in Italien jedenfalls. Dort spielt es jedermann, und die Bocciabahn findet man überall: ein tristes, zertretenes längliches Geviert, von Brettern, Balken oder auch einem niederen Mäuerchen eingesäumt. Abends ist Hochbetrieb. Eine Menge Männer schieben dann temperamentvoll die Kugeln.

In Südfrankreich heißt das gleiche Spiel Boule. Man spielt es ständig und überall: vor Gasthöfen, auf Marktplätzen, auf den Straßen. Und nicht nur Männer, schon die Buben spielen es perfekt. Und die Damen am Strand.

Ein abgegrenztes Spielfeld braucht man bei Boule nicht. Im Gegensatz zu den hölzernen Bocciakugeln sind die fürs Boule aus Metall. Sie glänzen matt in silbrigen oder güldnen Tönen. Sie werden auch anders gehandhabt: Man „schiebt“ sie nicht; es ist eine Art von Schleudern, wobei die Hand vor der Kugel, nicht hinter ihr liegt, eine Art „Rückhand“. Man wirft die Kugel meist durch die Luft, manchmal in hohem Bogen, je nachdem, ob sie rollen oder liegenbleiben soll. Das Spiel ähnelt dem bayerischen Eisstockschießen: Die Parteien versuchen ihre Kugeln möglichst nahe einer vorher geworfenen kleineren Zielkugel zu placieren.

Übrigens spielt man in ganz Italien Billard auf die gleiche Weise. Ohne Queue (Stock). Ich kenne in Florenz ein Kellerlokal mit – so scheint es – Hunderten von Billardtischen. Man kann sich dort verirren. Diese Sorte Billard habe ich schon öfters gespielt, zum Gaudium meiner italienischen Freunde. Mich in eine Boccia- oder Boule-Gemeinschaft einzuschleichen, habe ich indessen nie gewagt. Deshalb kaufte ich mir:

Jet und Boccia; Verlag Mieg, Schwenningen. Karton mit einer Spielbahn aus Filz, vier mechanischen Spielern und einem Säckchen farbiger Murmeln; für beliebig viele Personen; 12,50 DM.

Das Spiel sieht sehr attraktiv aus. öffnet man den Deckel, erblickt man, in blau-violette Fächer eingelassen, die vier in pikfeines Weiß gekleideten Plasticsportler in Wurfhaltung. Quer darüber eine gelbe, vertrauenerweckende Filzrolle. Man kauft das Spiel gern. Mieg hat geschickte Verkaufspsychologen, Denn man bräuchte eigentlich nur den Boccia-Spieler (einen); die anderen drei sind überflüssig, ebenso wie die Filzwiese. Freilich erscheint sie zuerst zunftgerecht, und auch ganz hübsch – aber ein Tischtuch tut den gleichen Dienst, wenn man nicht vorzieht, gleich mit dem ganzen Sport auf den Teppich zu gehen. Da geht’s am schönsten.